Schriftstellerin Arundhati Roy im Gespräch "Romane sind Eintöpfe"

Arundhati Roy leistet sich wenig Luxus, diesen aber schon: Sie hat zwei Wohnungen in Delhi, eine große in einem Hindu-Viertel und eine kleine im muslimischen Viertel der Stadt.

(Foto: Chiara Goia)

Die Schriftstellerin Arundhati Roy erklärt ihre Wut beim Schreiben, die grassierende Lynchjustiz in ihrer Heimat Indien - und warum ihre politischen Essays wie Wokgerichte sind

Interview: Lars Reichardt, SZ-Magazin

SZ-MAGAZIN Zwanzig Jahre nach Ihrem ersten Roman haben Sie nun einen zweiten veröffentlicht. Litten Sie unter Schreibblockade?

ARUNDHATI ROY Nein. Ich habe gar nicht versucht, einen Roman zu schreiben. Ich war einfach nur froh, nicht schreiben zu müssen, bis ich wieder bereit war zu schreiben. Politische Essays schrieb ich ohnehin die ganze Zeit.

Der Gott der kleinen Dinge hat sich acht Millionen Mal in 42 Sprachen verkauft. Spürten Sie Erwartungsdruck vor dem zweiten Roman?

Natürlich stellte ich Erwartungen an mich. ...