Österreich Die FPÖ erträgt keine Satire

Norbert Hofer (links) und Heinz-Christian Strache von der rechtspopulisitischen FPÖ lachen nicht gerne über Satire.

(Foto: AP)
  • FPÖ-Politiker kritisieren das satirische Video "Austria Second" der Late-Night-Show "Willkommen Österreich" als herabwürdigend.
  • Die Politiker werden in dem Clip als die größten Rechtspopulisten der Geschichte bezeichnet und in eine Linie mit Adolf Hitler gestellt.
Von Elisabeth Gamperl

"Österreich hat den Muslimbann erfunden", sagt die Stimme aus dem Off. "Wir haben sie zwei Mal rausgeworfen. Die sind totale Verlierer. Und können nicht mal Ski fahren". Eine Anspielung auf die Belagerungen durch die Türken im 16. und 17. Jahrhundert. Und natürlich eine Imitation der Trump-Rhetorik. Auf österreichisch.

Die Szene stammt nämlich aus dem Video "Austria Second" der österreichischen Late-Night-Show "Willkommen Österreich". Der Clip ist Teil einer Reihe von Satirevideos aus verschiedenen Ländern, die sich seit der Amtseinführung von Donald Trump und dessen "America First"-Politik um Platz zwei seiner Weltrangliste bewerben. Österreichs Argument: "Wir haben die größten Rechtspopulisten der Geschichte." Und während die Sprecherstimme das sagt, sind neben Adolf Hitler auch Jörg Haider, Heinz-Christian Strache und Norbert Hofer von der FPÖ zu sehen sind. Im Hintergrund läuft Mozarts kleine Nachtmusik.

Österreichs Persönlichkeiten werden "heruntergedodelt"

Es gibt Clips dieser Art inzwischen in vielen Ländern. Satire-Sendungen in ganz Europa haben sich zur Bewegung "every second counts" zusammengeschlossen (das Vorbild stammt aus den Niederlanden). Der österreichische Clip erzielt allerdings eine besondere Wirkung.

Denn die rechtspopulistische FPÖ wettert seit der Ausstrahlung gegen den österreichischen Rundfunk (ORF): Wie könne ein öffentlich-rechtlicher Sender "unser ganzes Land samt seinen Persönlichkeiten herunterdodeln"?, heißt es im ersten Satz der Pressemitteilung. Herunterdodeln ist österreichisch und heißt "lächerlich machen". Das Video bewege sich an der Grenze zur "Verhetzung", heißt es auch noch.

Dabei wird nicht nur die FPÖ durch den Kakao gezogen, sondern Österreich in seiner Gesamtheit. Neben den "schönsten Dörfern der Welt" wie Fucking, Hard und Assing, wird Trump auch Österreichs Außenminister Sebastian Kurz als Spielgefährte für den zehnjährigen Sohn Barron vorgeschlagen.

Der Sänger Andreas Gabalier wird als Mischung aus "Elvis und einem Taschentuch" bezeichnet. Frauenbild und Heimatverständnis des Sängers decke sich sehr mit jenen der Populisten - bis auf die bärtige Kunstfigur Conchita Wurst hat es übrigens keine Frau ins Video geschafft. Und die ist Travestit.