Moderne StädteLeben zwischen Traum und Albtraum

Die einen versüßen sich das Stadtleben mit kitschiger Naturtapete, die anderen sind froh, eine Wäscheleine zu besitzen: Wie das Leben in der Stadt die Menschen prägt, versucht die Ausstellung "Dreams and Disappointments" in Berlin zu ergründen.

Von Ruth Schneeberger, Berlin

Die Menschen, nicht die Häuser, machen die Stadt - lautet ein englisches Sprichwort. Wie diese Menschen ihre Stadt und auch ihre Häuser prägen und wie umgekehrt auch die Stadt ihre Menschen prägt, versucht derzeit eine Ausstellung in Berlin zu ergründen: "Dreams and Diasappointments" zeigt Positionen von fünf Künstlern in Fotografie, Malerei und Skulptur.

Titelgebend ist das gleichnamige Foto des finnischen Fotografen Jyrki Parantainen (im Bild), der ein so typisches wie gesichtsloses Hochhaus mit Koordinaten wie "Hoffnung", "Geheimnis", "Geburt", aber auch "Selbstmord" versehen hat. Menschliche Regungen wie diese sind in Hochhäusern auf der ganzen Welt zu finden - doch das Haus selbst trägt davon keine Spuren, zumindest nicht optisch. Stattdessen ragt es ungerührt wie ein Monolith in den Himmel. Wären nicht Parantainens Koordinaten und das Licht - es würde absolut leblos wirken. Alles Menschliche erscheint architektonisch ausgeblendet.

Bild: Jyrki Parantainen, courtesy WAGNER + PARTNER 30. Dezember 2014, 07:542014-12-30 07:54:25 © SZ.de/rus/cag/kjan