Bayreuther FestspieleBayreuth für Dummies

Auf dem Grünen Hügel beginnen die Richard-Wagner-Festspiele. Warum wollen da alle hin? Versteht man die Handlung ohne Reclam-Heft? Und wieso ist ständig von Skandalen die Rede? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Von SZ-Autoren

Warum wollen da alle hin?

Natürlich wollen da gar nicht alle hin. Regisseur Jonathan Meese zum Beispiel, anvisierter "Parsifal"-Regisseur, wollte dann doch lieber nicht. Gut, Roberto Blanco will hin. Die Bundeskanzlerin will meistens auch hin, schafft es dieses Jahr aber aus terminlichen Gründen erst später (das Bild zeigt sie bei den Festspielen 2012). Sogar Thomas Gottschalk war schon oft in Bayreuth. Und wenn Gottschalk, Meister der Massenunterhaltung, irgendwo hingeht, dann kann das so langweilig nicht sein. Dabei handelt es sich bei den Festspielen, das muss man auch mal sagen, um Inszenierungen stundenlanger Wagner-Opern, welche die Zuschauer auf sehr, sehr unbequemen Holzstühlchen in einem unklimatisierten Raum rezipieren, um nicht selten am Ende "Buh!" zu rufen. Aber, und auch das muss man sagen, die Tickets sind auch dieses Jahr beinahe schon wieder ausverkauft. Das liegt zum einen an dem richtig guten Marketing, das die Wagners betreiben. Zum anderen ist da der Mythos. Wer Wagner liebt, spürt im Bayreuther Festspielhaus noch immer den Atem des Meisters, der erschnüffelt im alten Holz den Duft des Genies. Von Christiane Lutz

Bild: AFP 25. Juli 2016, 11:142016-07-25 11:14:50 © SZ.de/muth/jobr