Uni Bayreuth: Plagiatsaffäre Es wird öffentlich - ob Guttenberg will oder nicht

Die Universität Bayreuth will den Untersuchungsbericht zu den Plagiaten in Guttenbergs Doktorarbeit Ende April der Öffentlichkeit vorlegen. Auch gegen den Widerstand des Ex-Ministers.

Guttenbergs Anwalt kann sie nicht aufhalten: In der Plagiatsaffäre um Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird die Universität Bayreuth ihren Untersuchungsbericht Ende April vorlegen. Die fünfköpfige Kommission zur Selbstkontrolle der Wissenschaft sei am 7. April zu ihrer abschließenden Sitzung zusammengekommen, bestätigte Hochschulsprecher Frank Schmälzle am Montag. Derzeit würden Ergänzungen aus den Reihen der Kommissionsmitglieder in die Stellungnahme zum wissenschaftlichen Fehlverhalten des Ex-Ministers eingearbeitet. Der Abschlussbericht soll dann Ende des Monats der Hochschulleitung übergeben werden.

Zu Einzelheiten aus dem Bericht und möglichen Konsequenzen aus dem Fall Guttenberg wollte sich Schmälzle am Montag nicht äußern. Er bekräftigte, dass die Universität Bayreuth den Bericht notfalls auch gegen den Willen des Ex-Minister veröffentlichen wolle.

Rückendeckung bekam die Hochschule auch vom Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner. "Das Thema hat eine solche öffentliche Aufmerksamkeit erfahren, dass ich davon ausgehe, dass die Ergebnisse der Kommission der Universität Bayreuth auch veröffentlicht werden", sagte Kleiner der Rheinischen Post. In die Debatte um die mögliche Gefährdung der Persönlichkeitsrechte will sich der Spitzenvertreter der deutschen Wissenschaft nach Angaben eines Sprechers aber nicht einmischen.

Guttenberg will die Veröffentlichung des Untersuchungsberichts verhindern. Seine Anwälte begründen dies mit den Persönlichkeitsrechten ihres Mandanten. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass Guttenberg in seiner Doktorarbeit bewusst Passagen anderer Autoren übernommen und dies nicht gekennzeichnet hat. Am Sonntag hatte Guttenbergs Anwalt die Universität Bayreuth scharf attackiert, weil diese Informationen an die Presse gegeben habe, ohne dass die Kommission ihre Arbeit abgeschlossen hatte. Er sprach von einer "Vorverurteilung" seines Mandanten.

Abgeschrieben

mehr...