Kleiner Bedarf, großes Angebot
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Uwe Thierschmann hat sich in seinem Bachelor-Studium zwei Unterrichtsfächer ausgesucht: Mathe und Sachkunde. Eines der beiden Fächer Deutsch oder Mathe ist Pflicht. Hinzu kommen Veranstaltungen in Pädagogik. "Wir haben mehr Seminare als Vorlesungen", erzählt er. "Vieles machen wir mit Studenten aus anderen Lehramtsstudiengängen zusammen."
Vorgeschrieben sind auch mehrere Praktika - in Münster müssen sie sich auf 14 Wochen summieren, 4 Wochen davon schon im ersten Jahr. "Man unterrichtet dabei schon einige Stunden selbst", erzählt Thierschmann. "Manche überlegen sich dann, ob es das Richtige für sie ist." Ein Lehramtsstudium ist nicht an allen Universitäten möglich.
Selbst Hochschulen, die einen entsprechenden Fachbereich wie Erziehungswissenschaften haben, bieten nicht alle einen Studiengang für das Lehramt an Grundschulen an. "Bielefeld, Potsdam, Oldenburg und Siegen zum Beispiel haben bei der Grundschulpädagogik einen guten Ruf", zählt Marianne Demmer auf. "Ich würde Studierenden immer empfehlen, sich die Schwerpunkte der Hochschule genau anzugucken." Da, wo die Pädagogik verschwindend klein ist, hält sich auch die Auswahl an Veranstaltungen für Lehramtsstudenten in Grenzen.
90 Prozent Frauenanteil
Die Aussichten für angehende Grundschullehrer waren schon einmal besser: "Das Angebot an Absolventen ist größer als der Bedarf", sagt Marianne Demmer. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass es in den Grundschulen in den vergangenen Jahren einen Generationswechsel gegeben hat: "In manchen gibt es kaum noch Lehrer über 50", sagt Annette Textor. Entsprechend gering sind die Chancen, dass in naher Zukunft durch in Rente gehende Lehrer Stellen frei werden.
Viel hängt für die Einstellungschancen von der Examensnote und der Fächerkombination ab: "Bei Deutsch und Sachkunde muss man schon sehr gut sein, um eine Stelle zu bekommen", erläutert Annette Textor. Besser sieht es zum Beispiel mit Mathe und Musik aus. Lehramt Grundschule ist ein Studiengang, in dem Frauen dominieren. "90 Prozent" schätzt Annette Textor ihren Anteil. Bei Lehramt Gymnasium ist der Männeranteil deutlich höher.
Das liegt vielleicht auch daran, dass Gymnasiallehrer besser bezahlt werden und Männer sich stärker am Verdienst orientieren als Frauen. "Im Vergleich beispielsweise zu Sozialpädagogen verdienen Grundschullehrkräfte relativ gut, und wenn man erst einmal eine feste Stelle hat, hat man zusätzlich ein hohes Maß an Sicherheit", sagt Annette Textor, "allerdings auch viel Stress". Für Uwe Thierschmanns Berufswahl war vor allem die Reaktion der Schüler wichtig: "Die freuen sich, wenn man morgens kommt. Das allein ist schon klasse."
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(dpa/Andreas Heimann/bön)
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Dann erkläre er uns doch mal, was Frau X in der Grundschule Y täglich an Wissenschaftlichem an ihre ABC-Schützen weitergibt.
Erkläre er uns des Weiteren, weshalb ausgerechnet Fachhochschulabsolventen DEUTLICH weniger verdienen als ein Volksschullehrer, jedoch ein Studium absolviert haben
(Maschinenbau,Elekrotechnik, BWL.....), dass sich in Punkto Anspruch und Schwierigkeit mit Sicherheit nicht hinter dem Lehramtsstudium für Grundschulen etc. verstecken muss?
Vielleicht wird das Gejammer der Lehrer über zu wenig Geld gerade deswegen so harsch kommentiert?
Man kann es wirlich nicht mehr hören!
Niemand stellt die hohen psychischen Belastungen des Lehrers in Abrede, niemand will hier irgendetwas kleinreden, was stört ist dieses unreflektierte Anspruchsdenken!
Darüber sollen Sie sich Gedanken machen u. nicht hier irgendeinen Schmarrn von der Abschaffung der Meinungsfreiheit daherquatschen!!!
Spiegel-Online, FAZ, TAZ und SZ haben eine Kommentarfunktion, mal mehr, mal weniger benutzerfreundlich ausgestaltet.
Und wenn Sie eine so große Kenntnis der Materie haben, dann vermitteln Sie diese doch. Die Aussage "der weiß doch eh nichts" ist eben auf dem Markt der Meinungen weniger überzeugend als die Aussage "die Behauptungen von X sind nicht zutreffend, WEIL ...".
Das eine ist ein Argument, das andere ein Angriff ad hominem.
@Aus Haching: Ich wüsste nicht was Sie mein Beruf oder meine "Sozialisation" angeht. Zur Meinungsfreiheit gehört eben auch zu sagen, dass man die Kommentarfunktion der Süddeutschen für überflüssig und störend hält. Spiegel-Online wird schon wissen warum es sie dort nicht gibt.
Wer unbedingt meint sein nicht vorhandenes Wissen der Öffentlichkeit mitteilen zu müssen findet tausende von Foren im Netzt, oder er macht gleich einen Blog auf für den sich ohnehin niemand interessiert. Von einer seriösen Tageszeitung erwarte ich Informationen und nicht von völliger Unkenntnis der Materie geprägte Leserkommentare.
Jemanden, der der Ausbildung von Grundschullehrern den wissenschaftlichen Anspruch abspricht kann man nun mal nicht ernst nehmen. Das ist so als wollte ein zweijähriges Kind bei einem Seminar über Quantenphysik mitdiskutieren.
Ein Grundschullehrer ist weiss Gott kein Akademiker, wenngleich er eine verantwortungsvolle Aufgabe hat. Deshalb müssen Grundschullehrer natürlich gut ausgebildet werden, eine wissenschaftliche Ausbildung ist jedoch bestimmt nicht nötig. Vielmehr als die Ausbildung ist die individuelle Eignung der Lehrer wichtig, die aber gar nicht bis wenig geprüft wird. Die Bezahlung der Grundschullehrer ist angesichts der Arbeitsbelastung und -sicherheit angemessen. Ich finde die Behauptungen in dem Artikel dass sie "schlecht bezahlt" wären ziemlich anmaßend, wenn man die Situation vieler Arbeitnehmer in auch nicht üppig bezahlten Zeitverträgen in Industrie und öffentlichem Dienst damit vergleicht. So wird beispielsweise die Forschung in Deutschland zu 70% von sehr gut ausgebildeten Wissenschaftlern erledigt, die etwas mehr als die Hälfte eines Grundschullehrergehaltes bekommen und das Wort Arbeitsplatzsicherheit nur aus den Medien kennen. Das sind allerdings schlecht bezahlte Akademiker.
Zur Meinungsfreiheit gehört es auch, polemisch, unqualifizierte oder abseitige Meinung äußern zu dürfen.
Nur weil ein anderer Kommentator etwas äußert, das Ihnen sachlich oder in der Form mißfällt, gleich die Abschaffung der Kommentarmöglichkeit zu fordern, zeigt ein bemerkenswert undemokratisches Gedankengut.
Sind Sie Lehrer - eine Berufsgruppe, die berufsmäßig andere kritisiert und bewertet, selbst aber recht dunnhäutig ist, siehe "SpickMich" - oder sind Sie in einem System sozialisiert worden, das Meinungsfreiheit für gefährlich hält?
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