In einigen Einrichtungen gehe der Bedarf allerdings über solche kurzfristigen Notfallmaßnahmen hinaus. "Manchmal werden Leiharbeitnehmer eingesetzt, damit das Stammpersonal überhaupt dazu kommt, Urlaub zu nehmen oder Überstunden abzubauen", heißt es in der Studie, die die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung gefördert hat. Nach Ansicht der Forscher ist dies ein Symptom dafür, dass es in der Branche viel zu wenig Planstellen gibt. Allein die Allgemeinkrankenhäuser hätten zwischen 1996 und 2006 etwa 46.000 Pflege-Vollzeitstellen gestrichen.
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Die Wissenschaftler merken jedoch an, dass die Pflegeeinrichtungen Leiharbeitskräfte auch einsetzen, um Kosten zu sparen. Sie seien "oft billiger, weil sie nur für die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt werden müssen, nicht aber bei Krankheit oder wenn gerade kein Bedarf besteht". Außerdem weisen die IAT-Forscher auf den Missbrauch der Leiharbeit hin: So gründeten vereinzelt Kliniken eigene Zeitarbeitsfirmen, in denen sie ihre Mitarbeiter zu schlechteren Konditionen weiterbeschäftigen. "In einigen Fällen wurden Zeitarbeitskräfte auch als Streikbrecher genutzt", kritisieren die Wissenschaftler.
Andererseits geht aus der Studie hervor, dass die Leiharbeiter vom vorübergehenden Einsatz in Pflegeeinrichtungen durchaus profitieren können: Sie können sich einen Einblick in die Arbeitsumstände verschaffen und leicht testen, ob ein bestimmter Arbeitgeber längerfristig in Frage kommt. Außerdem bewerben sich manche bewusst bei einer Verleihfirma, weil sie nur eine bestimmte Phase ohne Einkommen überbrücken wollen.
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(SZ vom 23.06.2010/holz)
Debatte über Urheberrecht
lernte ich bei meinem Krankenhausaufenthalt kennen. Es befanden sich auch Ersatzdienstleistende darunter, z.B. beim Röntgen, wo sie Fachkräfte voll (auch qualifiziert und hoch motiviert) zu ersetzen hatten. Auch etliche 1-Euro-Jobber waren eingespannt für den Krankentransport, während das "Raucherkammerl" auf unserer Etage des "Klinikums" voll war mit herum lungernden Krankenschwestern, die morgend regelmässig zu spät zum Dienst erschienen und ausgiebige Frühstückspausen von einer Stunde und mehr absolvierten.
Der Arbeitsmarkt ist leer gefischt.
Bei der Zeitarbeit arbeiten nur die, die sonst die Probezeit von 6 Monaten nicht überleben.
Lustigerweise kommt genau das Personal über die Hintertür Zeitarbeit wieder in die Pflegeeinrichtungen zurück, die sie eigentlich gar nicht einstellen würden.
Ansonsten sind natürlich die Stundenlöhne viel geringer als in der Festanstellung (normal sozusagen), daher schwimmt in der Zeitarbeitersuppe nur der unvermittelbare Pflegehelferbrei und noch ein klein wenig 400 Euro-Jobber Einlage durch Fachpersonal, welches zusätzlich zur Festanstellung noch Geld hinzuverdienen muss.
Hier geht dann der Trend zum Zweit-Job.
Tatsächlich wurde in den letzten zehn Jahren auch wesentlich weniger ausgebildet. Vor allem die Altenpflege hält sich mit Ausbildungsplätzen für Fachpersonal stark zurück und bevorzugt lieber sogenannte Alltagsbegleiter, die sowohl hauswirtschaftliche, als auch pflegerische Tätigkeiten übernehmen können und dazu nur kleines Geld benötigen.
Besonderheit in der Pflege ist noch die ungewollte, erzwungene Teilzeitbeschäftigung mit einkalkulierten Mehrarbeitsstunden. Dies kann bei einer 50 % Stelle regelmäßige Mehrarbeit von leicht 60h im Monat bedeuten.
Vorteil hier: Ausfall von Teilzeitkräften lässt sich leichter kompensieren, Teilzeitkräfte haben immer Zeit für plötzliche Mehrarbeit und sind im Unterhalt günstiger als reguläre Festangestellte.
Nachteil: künstliche Armut für die Betroffenen.
In der Pflege werden nicht nur die Leute im Bett über den Tisch gezogen, sondern auch die, die vorm Bett stehen.
Leiharbeit ist Staatlich sanktionierte Zwangsarbeit!