Die Bevölkerung wird in Sicherheit gebracht, in drei Reaktoren droht eine Kernschmelze - doch im Kernkraftwerk Fukushima-1 arbeiten noch immer Menschen. Wer setzt da gerade sein Leben aufs Spiel?
Die Bilder gehen um die Welt: Das japanische Kernkraftwerk Fukushima-1 (Fukushima Daiichi), aufgenommen in der Totalen, gefilmt aus großer Entfernung. Die Explosionen in Reaktor 1 und 3 werden auf den Bildschirmen unermüdlich wiederholt, die Kamera zoomt heran, so nah es geht - aber selbst sie scheint Sicherheitsabstand zu halten.
Bild vergrößern
Noch immer arbeiten Menschen im beschädigten Kernkraftwerk Fukushima-1. (© REUTERS)
Anzeige
Die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern werden in Sicherheit gebracht, ein zu einem Hilfseinsatz nach Japan entsandter Flugzeugträger der US Navy hat die Gewässer vor der Nordostküste Honshus wegen erhöhter radioaktiver Strahlung vorübergehend wieder verlassen.
Das Kernkraftwerk Fukushima steht derzeit im Zentrum der globalen Aufmerksamkeit - und doch scheint es keinen verlasseneren Ort auf der Welt zu geben.
Scheint - denn wann immer davon die Rede ist, dass Experten vor Ort versuchen, die Brennstäbe mit Meerwasser zu kühlen oder andere Maßnahmen ergreifen, dann geht es dabei um Menschen, die mitten im Zentrum der Katastrophe noch immer ihrer Arbeit nachgehen und versuchen, das Schlimmste abzuwenden.
Wie viele Personen noch dort arbeiten, darüber gibt es bislang keine Angaben. Bei der Explosion am Samstag im Reaktorblock 1 wurden vier Arbeiter verletzt, bei der jüngsten Explosion in Reaktorblock 3 gab es nach amtlichen Angaben sechs Verletzte. Nach Informationen der Betreiberfirma Tepco handelt es sich dabei um vier Angestellte und zwei Arbeiter "verwandter Unternehmen", wie es auf der Webseite heißt.
Doch wer sind diese Menschen, die noch immer im Zentrum der Gefahr ihren Dienst verrichten, die durch ihre Arbeit im verseuchten Gebiet ihr Leben aufs Spiel setzen? Nach Tschernobyl kann sie ihre Unwissenheit nicht mehr vor den Gefahren schützen, jeder weiß inzwischen, dass die Arbeiter, die dort unmittelbar im Kernkraftwerk mit den Aufräumarbeiten begonnen haben, diesen Dienst zumeist mit ihrem Leben oder mit schweren Folgeschäden bezahlten.
Zehn deutsche Atomtechniker, die zum Zeitpunkt des Bebens in Japan im Dienste der Erlanger Firma Areva NP Wartungsarbeiten an einem Teil des Kernkraftwerks Fukushima verrichteten, sind inzwischen auf jeden Fall zurück in Deutschland. Im abgeschalteten Block Vier hatten sie ein Prüfverfahren für Schweißnähte vorgestellt, als das Erdbeben begann. Wer jetzt noch immer innerhalb des Kraftwerks stationiert ist, dazu konnte ihre Firma keine Angaben machen, die Betreiberfirma Tepco hält sich bedeckt.
Welche Mitarbeiter in einem Störfall welche Aufgaben übernehmen, entscheide im Normalfall der Arbeitgeber, also die Betreiberfirma, sagt Maik Luckow, Sprecher des Atomforums, einem Atom-Lobbyverband.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- Fukushima-Jahrestag RSS
- Atomkatastrophe in Japan Neue Horrormeldungen vom AKW Fukushima 14.03.2011
- Sicherheit deutscher Kernkraftwerke Kurzschluss, Blitz und Flugzeugabsturz 14.03.2011
- Risikoforscher Ulrich Beck "Ein strategisch inszenierter Irrtum" 14.03.2011
- Peter Bofinger Wie Japan den Wirtschaftskollaps verhindern kann 14.03.2011
- Atomkatastrophe: Deutschland reagiert Der GAU erreicht das Wohnzimmer 14.03.2011
- CSU und Atompolitik Anlauf zur Kehrtwende 14.03.2011
- Japan: Atomkatastrophe Strahlende Stille 14.03.2011
Was macht Rangar Yogeshwar im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-1?
sondern die Konstrukteure/Betreiber von Atomkraftwerken, Idioten von Befürbewortern die für den Bau von AKWs auf Erdbebengebiet direkt am Wasser waren, Lobbyisten, Politiker die nicht richtig nachdachten. Die sollten Vorort sein, dann hätte ich noch Respekt vor Ihnen. Aber so ?
Der Wasserstoff, der zu den Knallgasexplosionen geführt hat, entsteht bei den Reaktortypen in Fukushima überhaupt nur, wenn die Kernschmelze bereits begonnen hat. Die Kernschmelze bedeutet nicht das Ende aller Tage, wie das im Artikelaufmacher anklingt.
Ich möchte den SZ-Redakteuren sehr empfehlen, sich bei technischen Rückfragen nicht an an den Schwurbel-Statements der japanischen Betreiber zu orientieren, sondern vielleicht mal einen unabhängigen Kernkraftexperten zu Rate zu ziehen. Bei z. B. Greenpeace gibt es Experten, die über die pure Physik der derzeitigen Vorgänge in Japan einigermaßen offenherzig aufklären könnten. Falls das in den SZ-Redaktionstexten überhaupt erwünscht ist.
die zulässige Jahresdosis, der ein Reaktorarbeiter ausgesetzt ist.
Ein einziges Mal in den hunderten Stunden Reporterbla-bla war da mal von einer Strahlendosis nach der Explosion von 20 Minuten die Rede, die einer Jahresdosis entspricht, der ein Mensch ohne signifikante Folgeschäden ausgesetzt werden kann.
Im Klartext: Die Strahlung entspricht also dem 25.000 fachen der zulässigen Grenzwerte. Wer sich 20 Stunden im Bereich einer solchen Strahlung aufhält, hat seine Lebensstrahlendosis abbekommen.
"Seid nicht feige!! Lasst mich hinter den Baum!!" Es sind die Rettungskräfte und die kleinen Arbeiter, die nicht einen tausendsten Teil von dem Geld verdienen, in dem sich die Manager suhlen.
Eigentlich sollte man die Manager zur Kühlung in den Reaktor werfen. ( Würde bestens funktionieren, wenn soziale Kälte den Reaktor kühlen könnte ).
Paging