Fremdsprachenkenntnisse Der Preis kann bei der Entscheidung helfen

Wo der Prüfling seine Sprachkenntnisse erworben hat, ist allerdings nicht von Belang. Es sei eine seit Jahren überholte Ansicht, dass der IELTS britisches Englisch abfrage, sagt Caroline Murdoch, die beim British Council für den Test zuständig ist. Ob ein Kandidat zum Beispiel für Kofferraum die auf der Insel übliche Vokabel "boot" oder das in den USA gebräuchliche Wort "trunk" verwendet, ist egal. "In Zeiten der Globalisierung macht eine Unterscheidung keinen Sinn", sagt Murdoch. Sprache sei ständig im Fluss, und auch in der britischen Zeitung The Guardian fänden sich zunehmend sprachliche Wendungen aus den USA. Daher würden auch alle standardsprachlich akzeptablen Lösungen in den Tests abgenickt.

Ein ganz klarer Unterschied zwischen den Zertifikaten aus Großbritannien und den USA zeigt sich hingegen bei der Testmethode. TOEFL und TOEIC sind Multiple-Choice-Tests. Sie werden wahlweise am Computer oder auf Papier angeboten. Und wer bei TOEFL oder TOEIC seinen mündlichen Sprachgebrauch unter Beweis stellt, spricht in ein Mikrofon und wird aufgezeichnet. IELTS und CAE hingegen erwarten im schriftlichen Teil mehr als nur Kreuzchen und setzen noch ganz traditionell auf ein Gespräch mit einem geschulten Prüfer.

Inhaltlich relevant ist der Unterschied zwischen TOEFL, IELTS und CAE auf der einen Seite und TOEIC auf der anderen Seite. Während die drei ersten Tests akademisches Englisch testen, fragt der letzte berufsbezogenes Englisch ab. Außerdem beschränkt sich der TOEIC in seiner Standardform auf Aufgaben zum Lese- und Hörverständnis. Nur die Sonderform, der TOEIC 4 Skills, prüft wie die anderen Tests auch den aktiven Sprachgebrauch sowohl mündlich als auch schriftlich. Der einfache TOEIC gilt somit als weniger wertig.

Klara Balogun hat beobachtet, dass der TOEIC vor allem für das Studium an vielen deutschen Fachhochschulen als Sprachnachweis ausreicht. Und hier kommt ein Faktor ins Spiel, der für Sprachschüler entscheidend sein dürfte: der Preis. So wirbt zum Beispiel der IELTS mit mehr als drei Millionen Prüfungen im Jahr und Akzeptanz in über 140 Ländern. Doch das nutzt einem Kandidaten, der bloß einen Sprachnachweis für eine deutsche Hochschule braucht, wenig. Zumal er für den einmal im Monat angebotenen Test 223 Euro zahlen muss. Der TOEIC hingegen kann mit beliebig buchbaren Einzelterminen zum Preis von 110 Euro punkten, 95 Euro mit Studentenrabatt.

Anbieter legen auf unterschiedliche Kompetenzen wert

Ähnliches gilt für die Sonderform des TOEFL ITP. Er ist der kleine und viel billigere Bruder des TOEFL IBT (Internet based), der von Unis im Ausland angefordert wird. Im Gegensatz zu diesem wird beim TOEFL ITP nur auf dem Papier getestet und auch nur Hör- und Leseverständnis sowie Grammatik. Was zunächst wie eine Mogelpackung klingt, kann eine Alternative sein. "Vielen unserer Partner reicht der Nachweis der passiven Skills aus", sagt Judith Hackmann vom Berliner Unternehmen Language Testing Service, das die Tests aus Princeton in Deutschland vermarktet.

Auf der anderen Seite ist das hohe Renommee des vergleichsweise teuren Cambridge Certificate in Advanced English (CAE) nicht so belastbar, wie es der Anbieter verspricht. Angeblich soll es lebenslang gültig sein. Doch Manuela Richter im Berliner Regionalbüro von Cambridge English schränkt ein: "Diese Garantie gilt zwar von unserer Seite aus. Aber die anerkennenden Institutionen schränken das ein." Sie akzeptieren nämlich in der Regel nur Zertifikate, die höchstens zwei Jahre alt sind. Diese Gültigkeitsdauer gilt für alle anderen Sprachzertifikate auch.

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