Bewerben mit Bachelor-Abschluss Pluspunkt Praxiserfahrung

Das rät auch der Karriereberater Jürgen Zech aus Köln: "Möglicherweise hat man schon Praktika gemacht oder seine Abschlussarbeit in einem Unternehmen geschrieben", sagt er. "Das sollte man auf alle Fälle als Verkaufsargument nutzen, auch wenn man sich bei einem anderen Unternehmen bewirbt." Dabei zählen nicht nur unternehmerische Erfahrungen. "Arbeitnehmer interessieren auch ehrenamtliche Arbeit, die Tätigkeit als Übungsleiter im Sport oder einfach ein packendes Hobby", sagt Zech.

Dabei sollten sich Bachelorabsolventen überlegen, wie sie mit dem, was sie gerne und häufig machen, dem Unternehmen nutzen können - und das klar kommunizieren.

Die Angst, zu jung zu sein

Zahlreiche Bachelorabsolventen fürchten allerdings, dass sie als zu jung angesehen werden. Immerhin sind manche von ihnen gerade erst Anfang 20. "Dafür sollte man sich nicht schämen", findet Grob. "Im Gegenteil: Man sollte mit stolzer Brust auftreten, dass man bereits einen Hochschulabschluss in der Tasche hat."

Hochschulforscher Briedis ergänzt: "Dass man etwas jünger ist, hat für Unternehmen ja den Vorteil, dass sie gegebenenfalls etwas weniger bezahlen müssen - das kann man durchaus als Verkaufsargument nutzen." So könnten Bewerber sagen: "Ich kann viel leisten, koste euch aber nicht so viel." Hinzu komme, dass man als jüngerer Bewerber meist flexibler und formbarer sei. "Unternehmen können einen so zielgerichtet in einem Bereich weiterentwickeln, in dem sie Bedarf haben", sagt Briedis.

Das Studium geht weiter

Außerdem müsse nach dem Berufseinstieg nicht endgültig Schluss mit dem Studium sein, betont Briedis. "Wer mag, arbeitet drei oder fünf Jahre in einem Beruf und hängt dann noch ein Masterstudium oder andere Weiterbildungen an - möglicherweise sogar mit Unterstützung des Arbeitgebers."