Schwerer Rückschlag im Kampf um eine schärfere Bankenkontrolle: Der US-Senat hat die Finanzmarktreform gestoppt - Präsident Obama ist "tief enttäuscht".
Der US-Senat hat ein Gesetz zur schärferen Kontrolle der Finanzmärkte vorerst gestoppt. Den Demokraten fehlten am Montag drei Stimmen, um die Debatte über den von ihnen ausgearbeiteten Gesetzentwurf in der Parlamentskammer aufzunehmen. Da vor den Kongresswahlen im November jedoch keine Partei als Freund der unbeliebten Finanzindustrie dastehen will, könnte dies nur ein vorübergehender Rückschlag sein. Beide Parteien äußerten ihren Willen, eine Finanzmarktreform auf den Weg zu bringen. Bereits gegen Ende der Woche könnte die Reform wieder Thema im Senat sein.
Präsident Barack Obama äußerte sich in einer Erklärung "tief enttäuscht" über den Ausgang des Votums. (© Foto: dpa)
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Präsident Barack Obama zeigte sich in einer Erklärung "tief enttäuscht" über den Ausgang des Votums. Die Republikaner würden das Verfahren verzögern, um hinter verschlossenen Türen, wo die Lobbyisten der Finanzwelt die Reform schwächen oder sogar kaputtmachen können, die Diskussionen weiter zu führen. "Die Reform, an der beide Parteien ein Jahr lang gearbeitet haben, würde eine weitere Finanzkrise verhindern. Ich bitte den Senat dringend darum, die Arbeit daran wieder aufzunehmen und die Interessen des Landes vor die der Parteien zu stelle", hieß es in der Erklärung weiter.
Schärfere Regeln geplant
Den traditionell der Wirtschaft nahestehenden Republikanern gehen die Reformpläne der Demokraten zu weit. Sollte sich Obama durchsetzen, würden für Finanzinstitute künftig schärfere Regeln gelten. So sollen eine neue Aufsicht für Hedgefonds und Derivate gegründet, riskante Bankengeschäfte teils eingedämmt und ein größerer Schutz der Verbraucher eingeführt werden. Das Vorhaben stößt bei vielen Wählern auf Zustimmung, weshalb die Republikaner zuletzt ihre Positionen aufweichten. Neuen Druck brachte ein Betrugsfall bei der US-Investmentbank Goldman Sachs.
57 Senatoren stimmten am Montag für eine Eröffnung der Debatte, 41 dagegen. Alle anwesenden Republikaner votierten mit Nein, Unterstützung erhielten sie von zwei Demokraten, darunter auch Fraktionschef Harry Reid. Er sagte aus prozeduralen Gründen Nein - ein taktischer Schachzug, der es ihm ermöglicht, zu jedem beliebigen Zeitpunkt eine neue Abstimmung über die Aufnahme der Debatte anzusetzen.
Nächster Termin ist nach Angaben des Senders CNN der kommende Mittwoch.
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/Reuters/juwe/tob)
Moderne Verwaltung
Obama will diese Finanzreform und sie ist wichtig, um ein weiteres Spekulieren und das Dagobert Duck Prinzip einzudämmen...
Die Banken könnten doch auch ihr Scherflein dazu beitragen in dem sie mal ein wenig mehr Transparenz in ihre Geschäfte legen würden und somit andeuten, wir haben aus unseren Fehlern gelernt und nicht wieder hoffen, das bei einem erneuten "schwarzen Freitag" schon wieder die Weltpolitik eingreift und bad banks macht.. Das macht keinen Sinn und bringt die Weltwirtschatt nicht in Schwung sondern eher ins Stocken....
da kann das Gute noch so kämpfen für gerechtere Zeiten,
der Geldadel schmiert besser.
Also muß weit vorher den Menschen mehr Moral beigebracht werden.
Einmal angelangt im Sumpf von schmieren und reinlegen ist nichts mehr zu machen.
zu viele Amerikaner fühlen sich von der Wall Street betrogen, zu viele E-mails von Goldman-Sachs kamen ans Tageslicht, die das schändliche Doppelspiel von Investmentbanken bewiesen.
Obama hat es geschafft, dass die Mehrheit in den USA Investmentbanken nu als den "Feind im eigenen Bett" ansieht. An dieser Stimmung werden sich die Republikaner die Zähne ausbeißen.
Warum die Opposition in Deutschland nicht die Verstrickungen von Angela Merkel mit Goldman-Sachs und der Deutschen Bank zur Landtagswahl in NRW thematisiert, ist mir ein Rätsel.
Ich habe in früheren Kommentaren schon darauf hingewiesen, dass es für Obama alles andere als leicht wird, schärfer Bankenkontrollen gegen die Republikaner durchzusetzen. Es ist nicht unbekannt, dass eine Reihe Republikaner eng mit Bankenkreisen " Verwoben" sind, um es ganz vorsichtig auszudrücken.
Sie schreiben, Zitat :"Für alles, sei's das Lamento zur Deutschen Bank hier bei SZ und deren "unbeschreiblicher" Gewinne - sei's Herrn Obama gilt ganz schlicht: Haushalte aufstellen, die weitgehend Bank-unabhängig machen und schon sind die angeblich so bösen Banken auf Würstchenniveau." Das, was Sie da zusammenschreiben, meinen sie doch nicht wirklich erst, oder?
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