SZ: Heißt das, wir sollten Griechenland und andere verschuldete Staaten in die Insolvenz schicken?
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Homburg: Für die überschuldeten Mitgliedstaaten der Euro-Zone wären Insolvenzen die beste Lösung. Im Kern geht es aber nicht um diese Krisenländer, sondern um die Gläubiger. Der deutsche Steuerzahler alimentiert hauptsächlich diejenigen, die Griechenland und anderen Geld geliehen und dafür Zinsen kassiert haben. Diese Gläubiger kämpfen nun darum, die Verluste den Steuerzahlern, also hauptsächlich den Arbeitnehmern, aufzubürden. Der Verteilungskampf zwischen Finanzindustrie und Steuerzahlern bildet den ökonomischen Kern des Problems, er wird aber verdeckt geführt und verschleiert.
SZ: Die Schulden wandern von der privaten in die öffentliche Hand ...
Homburg: ... richtig, vor zwei Jahren befanden sich fast alle griechischen Staatsanleihen in privater Hand, inzwischen ist rund die Hälfte beim Steuerzahler angekommen. Es ist absehbar, dass in wenigen Jahren auch die andere Hälfte verschoben wird.
SZ: Ist die Übernahme von Haftungsrisiken der Grund dafür, dass das deutsche AAA-Rating zu wanken beginnt?
Homburg: Schon jetzt leidet die Bonität Deutschlands massiv unter den Garantien, die wir für andere Staaten übernommen haben. An den Versicherungsprämien für deutsche Staatsanleihen kann man ablesen, dass die Investoren einer Insolvenz Deutschlands inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von zwölf Prozent zumessen.
SZ: Dennoch gibt es neue Planspiele, den Rettungsfonds aufzustocken. Wie soll das gehen?
Homburg: Der EFSF soll nicht nur die Mittel ausschöpfen, die ihm von den Parlamenten zugebilligt wurden. Sondern er soll die erworbenen Schrottanleihen bei der EZB verpfänden und dafür von der EZB frisches Geld erhalten. Durch diesen Trick entsteht eine Hebelwirkung: Der EFSF kann ein Vielfaches der demokratisch gebilligten Gelder verleihen, dabei vervielfachen sich natürlich auch die Risiken der Garantiegeber. Auf diese Weise werden die Parlamentsbeschlüsse ausgehebelt.
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Ja, langsam kommen einige aus der Deckung und trauen sich die Wahrheit über das nehende Ende unserer westlichen Währungen zu verkünden. Es ist keine Frage, dass sowohl der Euro als auch der US-Dollar in sich zusammen brechen werden. Fragt sich nur, wer zuerst einknickt. Wobei kaum ein Experte die bislang die wahren Hintergründe nennt. Zwei Ausnahmen sind Michael Morris - dessen Buch WAS SIE NICHT WISSEN SOLLEN ich jedem sehr empfehlen kann - und Franz Hörmann (DAS ENDE DES GELDES).
Hier ein lesenswertes Interview mit Michael Morris: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/michael-morris/im-teufelskreis-interview-mit-michael-morris.html
über die Voraussetzungen und Folgen der Einführung einer europäischen Einheitswährung nachgedacht, wie sie über die Erhöhung der Hartz 4-Regelsätze um 5 Euro stritten, könnten heute zig Millionen Europäer ruhiger schlafen.
Ein ehrgeiziger Jurist, der allein als Schöpfer der deutschen Einheit und einer europäischen Währung in das Buch der Geschichte eingehen wollte, setzte sich ohne Skrupel über jeden finanzwissenschaftlichen Sachverstand hinweg und schaffte überstürzt eine be"währte" "Währung" ab. Hauptargument Kohls gegenüber seinen Kritikern: Wenn die Deutschen erst einmal beim nächsten Urlaub an der Grenze kein Geld mehr umtauschen müssen, werden sie auf die Zauderer nicht mehr hören. Einfacher - einfältiger - geht es nicht! Die Funktion des Geldes für eine Volkswirtschaft wurde vom großen Bimbes-Kanzler betrachtet, als ob es sich um Spielgeld des Kaufladens im Kindergarten handele. Und das in einem Lande, in dem Bürger, die ihr Vermögen in Geld angelegt hatten, schon zweimal enteignet wurden!
Jetzt sitzen wir so richtig in der Sch...e, werden wehmütig, wenn wir in einer Schublade noch ein Mark-Stück finden, mit dem wir in Seligkeit schwelgend die Jukebox im Museum zum Klingen bringen und einen Augenblick vergessen, dass unser Schicksal jetzt in den Händen von Berlusconi, Sarkozy, Merkel und Co. liegt. Bis uns dann die Musikbox aus dem Traum erweckt: Du musst alles vergessen, was du einst besessen, amigo. Ayayay, ayayay, ayayay, das ist längst vorbei!
seine Ersparnisse für schlechte Zeiten oder fürs Alter zusammenhält , der hat den Schuß nicht gehört !
(# die Linke ausgenommen)
Kurz, knapp, klar, ungeschminkt und brillant - Homburgs Aussagen ist nichts hinzuzufügen.
Angesichts der vielfach gebrochenen Vertragsregeln und den astronomischen Summen, die hier ihr zerstörerisches Unwesen entfalten ( und noch entfalten werden) ist m. E. mit einer sanften Landung nicht mehr zu rechnen. Wen´s vor allem trifft, hat Homburg ziemlich genau beschrieben, doch bin ich mir sehr sicher, dass auch die Habenichtse ihr Fett abkriegen werden; denn die Erschütterung der Gesamtgesellschaft wird auch und gerade an ihnen nicht spurlos vorübergehen. Zu knabbern habe ich ungeachtet dessen an der Frage: Wie konnte uns eine politische Elite, die doch stets den Anschein verbreitet hat, tough zu sein, in so eine Finanzfalle führen? Waren und sind die vielleicht alle gar nicht so smart gewesen, wie sie uns weisgemacht haben?
Es mutet absurd an, aber trotz allem habe ich für die verschleiernde, rosstäuscherische Art unseres politischen Führungspersonals ein gewisses Verständnis. So offen über die Dinge zu sprechen, wie es Herr Homburger tut, wäre für Merkel, Schäuble & Co höchst fahrlässig, denn qua Amt hätten ihre Aussagen ganz andere, vor allem verheerende und systemstürzende Wirkungen. Um keine Stampede auszulösen, müssen die so agieren.
Gut deshalb, dass wir in einer halbwegs offenen Gesellschaft leben und so Warnern wie Homburg zu Wort kommen lassen. Seien wir wenigstens dafür dankbar!
aber als Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der MaschmeyerRürup AG sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Versicherungsgruppe Hannover (VGH) ist mir der Interviewte insofern suspekt, als er selbst in höchst verwickelten Positionen steht, betrachtet man seine Mitgliedschaften in Regierungskommissionen.
Wenn Seriosität, anständiges Handeln angefordert, eingeklagt werden - wie Homburg es hier absolut zu recht tut - sollte man selbst eine makellose Weste haben, selbst wenn es nur darum ginge den Anschein von Verwicklungen und Interessenkollisionen zu vermeiden.
Schade, dass H Homburg das nicht tut.
Das Interview ist im übrigen sehr dünn, sehr substanzschlank und in mindestens einem Punkt - der Steuerzahler der DE sei bereits in Anspruch - unrichtig. Oder hält Herr Homburg das für eine Petitesse, die das dumme Volk ohnehin nicht so recht versteht?
Gleich wie herum man es betrachtet, der Anschein ist unschön und, offenbar ist die Einschätzung hierzu nicht eben realitätsnah.
Paging