Union und FDP können es sich schlicht nicht leisten, die Steuern zu senken - deshalb werden sie in absehbarer Zeit die Mehrwertsteuer anheben.
Die Fünf Weisen schreiben ihr jährliches Gutachten im Auftrag der Regierung. Doch es ist gut, dass sie dieses nicht auch noch im Sinne der Regierung schreiben. Die Ökonomen des Sachverständigenrats haben sich auch in ihrem jüngsten Konvolut keinerlei Zurückhaltung auferlegt, nur weil eine neue, unerprobte Regierung das Amt übernommen hat. Stattdessen geißeln sie in harscher Form die Steuerpläne der schwarz-gelben Koalition. Sie halten das, was die Koalition plant, und erst recht das, was sich die Liberalen wünschen, für schlicht unbezahlbar. Die Koalition werde die Steuern nicht senken können - sondern müsse diese erhöhen, lautet die These.
Kanzlerin Angela Merkel und ihr Vize Guido Westerwelle - kommt nach der Steuersenkung schon bald die Mehrwertsteuer-Erhöhung? (© Foto: dpa)
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Dies widerspricht dem, was Bundeskanzlerin Angela Merkel seit dem 27. September immer wieder versprochen hat: Dass es mit ihr keinerlei Steuererhöhung geben wird, auch keine höhere Mehrwertsteuer. Wie aber die Koalition allein durch Wachstum die Löcher im Haushalt schließen will, ist nicht zu erkennen. Deshalb dürften Union und FDP am Ende, und das heißt: vielleicht schon 2011, spätestens aber 2012, die Mehrwertsteuer anheben. Dies wird der Preis sein, den Merkel und Westerwelle bezahlen müssen, wenn sie zugleich die Einkommensteuer um einen zweistelligen Milliardenbetrag senken wollen.
Unterm Strich werden die Bürger am Ende also nicht mehr Geld haben, sondern weniger. Zugleich werden die Lasten anders verteilt. Die FDP bekommt dafür im Gegenzug einen Stufentarif: nicht mit drei Stufen, sondern mit fünf oder sieben Stufen. Und der Spitzensteuersatz wird in etwa da bleiben, wo er jetzt liegt. Die Koalition wird zwei Jahre lang das Gegenteil behaupten, doch dann wird es so oder so ähnlich kommen.
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(SZ vom 13.11.2009/mel)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
"sparmöglichkeiten gibt es en Mass, allein es fehllen die Sparwilligen Politiker."
Und es fehlt an Einsicht bei den Betroffenen! Sagen Sie mal einem Olivenbauer in Südschleswig, dass Olivenanbau sich dort auf Grund des Klimas nicht lohnt und daher nicht gefördert werden sollte... ist ein fiktives Beispiel, aber davon gibt es massig, die in der EU tatsächlich vorkommen. Und es gibt diese auch in so ziemlich allen Bereichen des Lebens. Es gibt nur eben welche die ihre Wünsche besser "durchsetzen" können, als andere....
"Von der Integration der Beamten in die gesetzliche Kasse ganz zu schweigen. Als statistische Gutverdiener hätten Sie etwa 700.000 Nettozahler mehr im Topf, was den mittleren Beitrag für alle senkt."
Und deren Familien wären bei der GKV beitragsfrei mitversichert, was den Spareffekt für die Kassen doch deutlich konterkarieren würde.
Statt der, wegen der deutlich niedrigeren Beiträge in der PKV eher mickrigen Beihilfe müssten die öffentlichen Arbeitgeber dann Sozialversicherungsbeiträge abführen. Bei deren Beitragssätzen ein teurer "Spass", der die Haushalte der meisten Bundesländer schlicht überfordern würde.
Ausserdem müssten dann auch die Bezüge nach oben angepasst werden, um Einbussen beim Netto zu vermeiden, die gerade "kleine" Beamte hart treffen würden.
"damit ist klar: Sie sind ein Gegner der Verfassung dieses Landes und ganz nebenbei: "
Es geht doch nichts über ein schlichtes Weltbild.
Das GG gibt als Grundordnung für Deutschland den Sozialstaat vor. Darunter versteht das Sozialrecht, dass der Staat dem Einzelnen das so genannte "soziokulturelle Existenzminimum" gewährleisten müsse.
Die konkrete Ausgestaltung ist dabei zunächst dem Gesetzgeber überlassen und wird ggf. von den Sozialgerichten und dem BVG im konkreten Fall überprüft. Zwischen einem Sozialstaat und einem Wohlfahrtsstaat, wie er so manchem hierzulande vorschwebt, liegen übrigens Welten - und auch Art. 14 GG, der u. a. vor enteignungsgleicher Besteuerung schützt.
Darüber, ob Sozialleistungen im Einzelfall oder im Allgemeinen gerechtfertigt oder übertrieben sind, ob sie sinnvoll sind oder Passivität erzeugen, lässt sich sehr wohl diskutieren, ohne die Grundordnung dieses Staates in Frage zu stellen.
Und jeden, der eine angemessene Balance zwischen staatlicher Fürsorge und Eigenverantwortung bzw. zwischen Leistungsgerechtigkeit und Umverteilung fordert, werden Sie auch nicht mit Ihren Totschlagargumenten von "sozialer Kälte" oder "rechtem Rand" mundtot machen können. Versuchen Sie es doch einfach mal mit Argumenten - ist der Diskussion sicher zuträglich...
"Es ist mir neu, dass Beamte, egal ob "höher" oder "klein" streiken dürfen. "
Das dürfen sie in der Tat nicht. Demonstrieren aber schon - und das ist im allgemeinen Sprachgebrauch auch mit "auf die Strasse gehen" gemeint.
Ankur:
"Hier pflegt der deutsche Beamtenbund übrigens die gleiche Methodik wie die Verdi. Der schickt die kleinen Beamten auf die Straße und in die Presse um Tariferhöhungen, denn die höheren Beamten würden mittlerweile ausgelacht werden. "
Es ist mir neu, dass Beamte, egal ob "höher" oder "klein" streiken dürfen.
Es gibt allerdings aber auch Angestellte im ÖD, u,z. gar nicht mal so wenige.
Paging