Haus kaufen Welche Nebenkosten fallen nach dem Erwerb der Immobilie an?

Reparaturen, Hausgeld, Versicherungen - die eigene Immobilie kann über die Jahre einiges kosten. Oft übersehen Eigentümer beim Kauf, was sie da noch alles erwartet. Ein Überblick.

Von Julia Halbig

Am Anfang steht der Kaufpreis, doch bei dem alleine bleibt es nicht. Wer die Dienste eines Maklers genutzt hat, muss zusätzlich die Provision zahlen. Für alle im Inland gekauften Grundstücke, Häuser und Eigentumswohnungen wird eine Grunderwerbsteuer fällig. Diese beträgt in den meisten Bundesländern fünf Prozent des Gesamtkaufpreises. Hinzu kommen Gebühren für den Notar und die Grundbuch-Eintragung. Nicht zu unterschätzen sind zudem die Kosten für den Umzug.

Beim Kauf eines Altbaus können Sanierungskosten anfallen. Das Ausmaß und die Höhe der Reparaturen sollten unbedingt vor dem Kauf ermittelt werden, empfiehlt Alexander Wiech vom Verein Haus & Grund. Bei einem Neubau können dagegen Pflasterarbeiten und die Gartenbepflanzung schnell ins Geld gehen.

Auch Straßenreinigung, Müllentsorgung und Entwässerung müssen bezahlt werden. Wer sich einen Überblick über die regelmäßig anfallenden Kosten verschaffen möchte, sollte in die Betriebskostenverordnung schauen. Unter Paragraph 2 gibt es eine relativ umfassende Aufstellung. Eigenheimbesitzer kommen dafür selbst auf, Vermieter dagegen können einen Teil der Nebenkosten auf die Mieter umlegen, sofern dies im Mietvertrag vereinbart wurde.

Über die Nebenkosten hinaus hat der Wohnungseigentümer noch weitere monatliche Kosten zu tragen. In einer kleineren Eigentümergemeinschaft gibt es die Möglichkeit, selbst einen der Eigentümer zum Verwalter zu bestimmen. Größere Eigentümergemeinschaften bestellen in der Regel einen externen Verwalter, der sich zum Beispiel um die Heizkostenabrechnung und Instandhaltungsarbeiten am Gemeinschaftseigentum wie Treppenhaus oder Liftanlage kümmert. Dafür fällt je nach Wohnungsgröße monatlich sogenanntes Haus- oder Wohngeld an.

Außerdem sollte der Eigentümer auch für Schadensfälle finanziell vorsorgen und einige Versicherungen abschließen. Unverzichtbar sind eine Wohngebäudeversicherung, Elementarschaden-Police und Privathaftpflicht für Eigenheimbesitzer bzw. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht bei vermieteten Objekten. Darüber hinaus sollten Eigentümer, die ihre Immobilie noch abbezahlen, über eine Restschuld- oder Risikolebensversicherung nachdenken. Auch eine Hausratversicherung kann unter Umständen sinnvoll sein.

Über die Jahre kommen zudem Kosten für Instandhaltung, Modernisierungen und Reparaturen auf den Besitzer zu. Wer vermietet, kann unter Einhaltung bestimmter Auflagen und Fristen die Kosten für eine Modernisierung durch eine Mieterhöhung auf die Mieter umlegen. Auf jeden Fall sollten Eigentümer Rücklagen für Reparaturen bilden.