G-20-Gipfel in Seoul Mehr Milliarden, mehr Sicherheit

Ein Lehman-Brothers-II darf es nicht geben, darum verschärfen die G 20 die Bedingungen und verabschieden in Seoul Basel III. Auch die IWF-Reform erhält neuen Schwung.

Pure Harmonie: Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G 20) haben der geplanten Reform des Internationalen Währungsfonds (IWF) zugestimmt. Es habe "keinerlei Kritik und nur Zuspruch" gegeben, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Seoul.

Gruppenbild mit Dame: Die G 20 einigen sich in Seoul auf eine härtere Gangart im Umgang mit den Banken.

(Foto: AFP)

Der Reformplan, der Schwellenländern wie China künftig mehr Stimmgewicht im IWF verleihen soll, sei als "Meilenstein" gewürdigt worden. Der Beschluss zur IWF-Reform soll Teil des G-20-Abschlussdokuments werden, an dem am Freitag aber noch gearbeitet wurde.

"Es gilt das, was immer gilt: Alles wird im Zusammenhang beschlossen", sagte Merkel. Die IWF-Reform war bereits vor dem Gipfel erarbeitet worden und sollte von den Staats- und Regierungschefs im Prinzip nur noch abgesegnet werden.

Einig wurden sich die Gipfel-Teilnehmer auch über verschärfte Bedingungen für die Banken rund um den Globus. Sie müssen in den kommenden Jahren Milliardenbeträge für eine bessere Risikovorsorge aufbringen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte am Rande des Gipfels in Seoul, die Basel-III-Regeln seien unstrittig. Der Gipfel werde sie beschließen. "Das ist zwar keine Überraschung, aber ein großer Erfolg."

Die schärferen Vorschriften sind Folge der Weltfinanzkrise nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers im September 2008. Das Basel-III-Abkommen soll verhindern, dass bei der nächsten Krise Geldinstitute wieder mit Milliarden aus den Steuerkassen gerettet werden müssen. Noch offen sind zusätzliche Kapitalregeln für die Schwergewichte auf den Finanzmärkten. Die Regeln sollen 2011 festgezurrt werden.