Was Facebook, Google und Co. alles sammeln Eine E-Mail schreiben

Mail-Programm aufrufen, tippen, vielleicht ein Bild anhängen oder eine Tabelle, und ab damit. Ist der elektronische Brief erst einmal gesendet, verschwindet er unsichtbar und unerreichbar für die meisten von uns im Gewirr des Netzes, in all den Leitungen, Servern und Knotenrechnern. Doch die Vorstellung vom elektronischen Brief führt in die Irre. E-Mails sind die Postkarten des Internets. Jeder, der sie auf ihrem Weg in die Hand bekommt, kann sie lesen. Google zum Beispiel tut das ganz offen. Computer durchkämmen den Inhalt der Mails auf Reizwörter, die sich für Werbung ausnutzen lassen. Sollte dem Staat daran gelegen sein, das Briefgeheimnis auch online zu wahren, wäre es nicht schlecht, ein System zur Verschlüsselung zu fördern, das etwas einfacher funktioniert als bisherige Lösungen. Das erste derartige Programm, Pretty Good Privacy (PGP), 1991 geschrieben von dem Amerikaner Phil Zimmermann, durfte übrigens nicht als Software aus den Staaten exportiert werden. Daher machten Freiwillige ein Buch daraus und tippten es wieder ab.

Mit Karten bezahlen

Schon mal angerufen worden von Ihrer Kreditkartenfirma? Sagen wir, weil es Abbuchungen am selben Tag zu Zeiten gab, zu denen Sie unmöglich an beiden Orten sein konnten? Einerseits ist man ja froh, wenn Sicherheitsmechanismen greifen, andererseits zeigt es aber, wie alles, was mit EC- und Kreditkarten (und natürlich auch per Überweisung) bezahlt wird, überwacht und gespeichert wird. In manchen Ländern ist es sogar verboten, größere Beträge bar zu bezahlen, um Steuerbetrug und Geldwäsche zu erschweren. Das bedeutet aber, dass auch die Möglichkeiten zur Kontrolle wachsen. Der Überwachung dienen natürlich auch die Rabattkarten wie etwa die des Payback-Systems. Im stationären Handel wird ja immer noch gerne bar bezahlt. Durch die Karten kriegen die Firmen mit, wer sich für was interessiert. Die Handelsunternehmen räumen daher gerne einen kleinen Rabatt ein. Es zahlt sich aus. Für die Unternehmen.

Auto fahren

Schon eine tolle Sache, was diese neuen Autos mit Internet an Bord alles können. Zum Beispiel Anforderungen interpretieren wie: Navigiere nach Hultschiner Straße 8 in München. Damit das aber klappt, wird der Befehl digitalisiert, in ein Rechenzentrum geschickt, analysiert und in Form von maschinenkonformen Daten wieder ans Navi im Auto gesendet. Der Marktführer für Spracherkennung, die US-Firma Nuance, hat nach der amerikanischen Regierung das größte Archiv an digitalisierter gesprochener Sprache.