Künstliche Intelligenz "Wenn Sie Angst vor dem Terminator haben, machen Sie einfach die Tür zu"

In "Terminator: Genisys" kämpfen Menschen und Maschinen um die Weltherrschaft.

(Foto: AP)

Damit Roboter endlich klüger werden als Teenager, gibt Microsoft-Mitgründer Paul Allen eine Milliarde Dollar aus. Ein Besuch in seinem Forschungszentrum verblüfft.

Von Jürgen Schmieder, Seattle

Das ist der Anfang vom Ende! Da ist dieser Roboter im Video der Tufts University, der sich den Befehlen seines Schöpfers widersetzt. Er soll auf einem Tisch nach vorne und über die Kante marschieren, doch er widerspricht freundlich: "Sorry, das kann ich nicht machen, weil es keinen Untergrund gibt." Auf die erneute Aufforderung sagt er schon ein wenig garstiger: "Aber es ist nicht sicher." Insubordination ist der erste Schritt zur Revolution der Maschinen, das haben wir doch alle in Filmen wie "2001: A Space Odyssey", "The Matrix" oder "The Terminator" gesehen. Selbst Wissenschaftler wie Stephen Hawking und Visionäre wie Elon Musk warnen bereits davor. Bald steht ein von Skynet in der Zukunft produzierter und verdächtig nach Arnold Schwarzenegger aussehender Roboter vor unserem Haus und will uns töten! Hilfe!

"Wenn Sie Angst vor dem Terminator haben, dann machen Sie einfach die Tür zu", sagt Oren Etzioni: "Roboter haben gewaltige Probleme damit, Türen zu öffnen. Also: Wenn Sie sich vor so einer Maschine fürchten, dann schließen Sie daheim alle Türen." Das hört sich an wie ein Witz, Etzioni lacht auch herzlich. Aber er meint das nicht nur witzig, sondern auch ernst.

Etzioni muss es wissen. Er ist der Leiter des Allen Institute for Artificial Intelligence in Seattle. Microsoft-Mitgründer Paul Allen hat bereits mehr als eine Milliarde Dollar in drei einzigartige Einrichtungen investiert, die direkt am Lake Union im Norden der Stadt mit Blick auf den See beheimatet sind. An der Südseite des Gewässers gibt es einen prächtigen Glasbau, eröffnet im Dezember. Die 500 Wissenschaftler des Allen Institute for Brain Science erforschen dort das menschliche Gehirn und wollen es möglichst so katalogisieren, dass es dem Periodensystem der Elemente ähnelt. Die Kollegen des 2014 gegründeten Instituts für Zellforschung ziehen gerade ein, in ein paar Jahren sollen hier bis zu 1000 Menschen arbeiten.

Es ist ein futuristisches Gebäude, eine Mischung aus Silicon-Valley-Start-up und Hauptquartier eines James-Bond-Bösewichts. Unter dem Dach leuchten in Regenbogenfarben die Server des Rechenzentrums, hinter überdimensionalen Glaswänden blicken Wissenschaftler in Mikroskope oder schreiben Formeln an weiße Wände. Die kleinen Konferenzräume hängen vom Erdgeschoss aus betrachtet scheinbar in der Luft. Es gibt nur einen Ort, an dem Kaffeemaschinen erlaubt sind, denn dort sollen sich die Forscher aus allen Bereichen immer wieder über den Weg laufen.