Neue Video-App Boomerang Instagram lässt den Dackel-Content zucken

  • Instagram hat eine neue App eingeführt, die Fotoaufnahmen zu Gif-artigen Filmchen macht.
  • Mit "Boomerang" wagt Instagram die Konkurrenz zu Vine.
  • Für Instagram ist wichtig, wie die Nutzer den neuen Dienst annehmen - erste Trends lassen sich bereits erkennen.
Von Angela Gruber

Viel Zeit ist nicht. Sobald der Aufnahme-Button von Boomerang gedrückt wird, flackern weiße Blenden über den Bildschirm des Smartphones. Dann ist die Aufnahme vorbei, die neue Bilderfolge wird in Dauerschleife abgespielt.

"Boomerang macht eine schnelle Reihung von Fotos und fügt sie zu einem hochwertigen Minivideo zusammen, das sich vorwärts und rückwärts abspielen lässt", heißt es in der Ankündigung der neuen App von Instagram für iOS und Android. Durch das extrem schnelle Abspielen der Einzelbilder entstehen videoartige Clips in einer Ruckel-Optik, die viele Internetnutzer zum Beispiel von Gifs kennen. Die Boomerang-Clips können im Hoch- oder Querformat aufgenommen werden und werden automatisch auf dem Smartphone gespeichert. Teilen können Nutzer sie, indem sie auf die prominent platzierten Instagram- oder Facebook-Icons innerhalb der App klicken. Aber die Videoschnipsel lassen sich auch als Tweet verschicken, oder als Datei per Mail.

Facebooks Tochter Instagram will mit der neuen App nicht nur Nutzer der beiden eigenen Dienste ansprechen: Ein Instagram- oder Facebook-Konto sind nicht nötig, um Boomerang zu benutzen. Nach diesem Prinzip hat Instagram bereits die beiden Anwendungen Hyperlapse und Layout veröffentlicht. Boomerang hat eine ähnliche Benutzeroberfläche wie die beiden Vorgänger. Es ist ebenfalls nicht als Zusatzfunktion in die Kern-App eingebaut, sondern ausgelagert worden - möglicherweise, um Instagram nicht zu überfrachten. Gleichwohl ist Instagram offensichtlich als wichtigstes Verbreitungsgebiet für die neuen Clips gedacht.

Die Idee hinter Boomerang könnte vielen Nutzern bekannt vorkommen. Die Videoapp Vine von Facebooks Konkurrenten Twitter ist mit sehr kurzen Videoclips bekannt geworden. Dort lassen sich sechs Sekunden langen Videos produzieren und auch gleich im Vine-Netzwerk veröffentlichen. Auch die Live-Fotos des iPhone 6s zeichnen durchgängige Fotoserien auf. Boomerang ähnelt der App Giphy Cam und produziert nach dem gleichen Konzept Clips (nur ohne extra Filter). Sowohl von der Länge der fertigen Clips als auch von der Optik ist Boomerang näher an Giphy dran als an Vine. Bei Vine sind die Ergebnisse mit 6 Sekunden etwas länger und laufen ruckelfrei als Video ab. Bei Boomerang sieht man deutlich, dass die Clips aus Einzelbildern "zusammengestückelt" sind - der Gif-Effekt.

Instagram möchte im eigenen Feed gerne mehr Bewegtbild-Experimente sehen und gibt den Nutzern mit Boomerang dafür nun ein neues Tool an die Hand. Angesichts von 400 Millionen aktiven Nutzern, von denen viele die Einfachheit der App schätzen, sind Experimente aber auch riskant. Sie könnten Nutzer verprellen. Das käme zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, denn Instagram versucht aktuell, mehr Geld durch Werbung zu verdienen und neue Kunden zu gewinnen. Indem der Dienst Boomerang auslagert, hat er die Möglichlichkeit, unverbindlicher zu testen, wie das Gif-Tool ankommt. Sollte Boomerang Erfolg haben, könnte Instagram die Funktion immer noch in die Haupt-App integrieren.

Nach der Veröffentlichung von Boomerang begannen Nutzer auf der ganzen Welt sofort, die neue App auszuprobieren.

Diese deutsche Nutzerin hat gleich erkannt, dass die Clips am eindrucksvollsten werden, wenn viel Bewegung zu sehen ist, und schlug ein Rad.

Zahlreiche Nutzer haben Clips ihrer Katzen veröffentlicht. War wohl nur eine Frage der Zeit.

Und auch Dackel-Content wurde schon erstellt mit Boomerang.

Boomerang scheint viele Nutzer dazu zu verleiten, eine Grimasse zu ziehen und der Kamera die Zunge herauszustrecken. Davon zeugen etliche Clips wie dieser.

Das Model Karlie Kloss war einer der ersten Promis, die die App ausprobierten. Sie machte ein Boomerang-Selfie.

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