Schon bevor Microsoft das erste Streetside-Kameraauto durch Deutschland schickt, gibt es Ärger: Weil die Bürger vorab keinen Widerspruch einlegen können, überlegt Bayerns Innenminister, den Dienst zu verbieten.
Der politische Druck auf Microsoft im Zusammenhang mit dem Online-Straßenatlas Streetside nimmt zu. Nach dem zuständigen Datenschutzbeauftragten forderte auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vom weltgrößten Software-Konzern ein Vorab-Widerspruchsrecht für die Bürger.
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Bayerns Innenminister Herrmann: Fehlen des vorherigen Widerspruchrechts "nicht hinnehmbar". (© dpa)
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"Es ist nicht hinnehmbar, dass es gegen die Aufnahmen kein vorheriges Widerspruchsrecht gibt. Das ist mit einem wirksamen Datenschutz unvereinbar", so Herrmann.
Er drohte Microsoft, die Veröffentlichung der Aufnahmen zu untersagen. Sollte sich der Konzern weigern, Vorab-Widersprüche zuzulassen, bleibe den Behörden keine andere Möglichkeit als ein Verbot.
Microsoft will seinen Panoramadienst im Sommer starten. Vom 9. Mai an sollen dafür Kameraautos zunächst in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Augsburg durch die Straßen fahren.
Über die Kamerafahrten gibt es keinen Streit - aber darüber, ob deren Bilder ins Netz dürfen, bevor Bürger die Möglichkeit hatten, der Abbildung ihrer Hausfassade zu widersprechen.
"Das Internet vergisst nicht"
Herrmann ermutigte das für Microsoft zuständige bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht in Ansbach, konsequent für den Datenschutz im Fall des neuen Kartendienstes einzutreten. "Eine nachträgliche Löschung schützt das Persönlichkeitsrecht von Mietern und Eigentümern nicht", sagte Herrmann laut Mitteilung. Auf Daten, die auch nur wenige Stunden im Internet seien, habe jedermann weltweit Zugriff. "Das Internet vergisst nicht."
Der Datenschutzbeauftragte Thomas Kranig hatte bereits zu Microsofts Ankündigung vor rund zwei Wochen betont, dass er den Start des Dienstes verzögern könnte, wenn Microsoft den Bürgern kein Vorab-Widerspruchsrecht gegen die Abbildung ihrer Häuser einräumt.
Selbstverpflichtung mit Lücken
Der Software-Konzern hält das hingegen für nicht zwingend erforderlich. Microsoft sieht die Rechte der Bürger auf Basis der Selbstverpflichtungserklärung der Industrie ausreichend gewahrt, die Anfang März an den damaligen Innenminister Thomas de Maizière übergebenen worden war.
In Deutschland hatte bereits der Straßenansichtsdienst Street View des Microsoft-Konkurrenten Google für Aufregung gesorgt. Der Internet-Konzern hatte auf Forderung von Politik und Datenschützern eine mehrwöchige Widerspruchsfrist vor dem Start des Dienstes eingeräumt.
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(sueddeutsche.de/dpa/joku)
gibt kein Gesetz das mir verbietet vom öffentlichen Grund aus Häuser zu fotografieren und diese Fotografien zu nutzen. Es hat hierzu schon vor Goolge und co. Gerichtsurteile gegeben.
Ihr Vergleich hinkt etwas; Paypack kann ich beeinflussen, brauche nur nicht daran teilnehmen. Schufa, Bürgel und Konsorten finde ich auch eine Datensammelsauerei, zumal die Daten oft nich aktuell oder gar falsch sind. Jede Privatdatensammelei, sei es in Bildform oder in Zahlen-, Schriftform, die ausschließlich Wirtschafts bzw. Kommerzinteressen folgen und die ich nicht beeinflußen kann bzw. wo ich nicht mein Einverständnis erklärt habe, gehört verboten.
"Hmmm, kann ich dann auch gegen die vom selben Innenminister geforderte Vorratsdatenspeicherung Widerspruch einlegen?"
In der Tat können Sie! Niemand hindert Sie daran!
Die ganzen Angstauspixler sollten sich vielleicht mal lieber Gedanken machen, wovon sie mehr Schaden haben.
Internet-Firmen, die *einmal* ihr Haus photographieren, das sowieso jeder sehen kann.
Oder
Echte Datenkraken wie Payback, Creditreform, Schufa, Arvato Infoscore, Bürgel usw., die unbemerkt aber stetig jede geplatzte Lastschrift, jede Mahnung, jeden Rechtsstreit über Rechnungen registrieren und an ihre Kunden weitergeben!!
Dazu halten Frau Aigner und Herr Herrmann ihre populistischen Fr...., weil auch der Wutbürger sich dessen kaum bewusst ist.
"Mir egal, dass das Zahlverhalten meiner Nachbarn meine Kreditwürdigkeit beeinflusst, hauptsache unseren Jägerzaun kann niemand im Internet sehen."
StreetView ist ein guter Dienst, macht aber in Deutschland der ganzen Auspixler wegen weder Spaß noch hat es viel Sinn.
"Weil die Bürger vorab keinen Widerspruch einlegen können, überlegt Bayerns Innenminister, den Dienst zu verbieten." Hmmm, kann ich dann auch gegen die vom selben Innenminister geforderte Vorratsdatenspeicherung Widerspruch einlegen? Die sammelt nämlich viel mehr Daten, die noch dazu sehr viel tiefer in meine Persönlichkeitsrechte eingreifen als ein Bild von meiner Hausfassade. Oder möchte der Herr Innenminister das Recht auf Datensammeln nur auf sich und seine Behörden beschränken. Ziemlich verlogen der Herr Herrmann!
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