iPhone-Zugriff Streit mit FBI: Apple legt nach

Tim Cook im ABC-Interview mit David Muir.

(Foto: AP)
  • Apple-Chef Tim Cook verteidigt sich erstmals öffentlich in einem Interview.
  • Laut New York Times arbeitet der Konzern daran, den Mechanismus zu blockieren, durch den das FBI das iPhone des mutmaßlichen Terroristen Farook entsperren möchte.

Der Konflikt zwischen Apple und dem FBI um den Zugriff auf das iPhone des mutmaßlichen Terroristen und IS-Sympathisanten Syed Rizwan Farook geht weiter. Wie die New York Times unter Berufung auf firmennahe Personen und Sicherheitsexperten berichtet, arbeitet Apple bereits an Maßnahmen, um den vom FBI angestrebten Zugriff künftig zu verhindern.

Worum es geht

Apple kann derzeit in bestimmten Fällen Updates ohne Passwort-Bestätigung eines Nutzers installieren, laut New York Times für Reparaturen. Das FBI verlangt von der Firma nun jedoch eine spezielle Aktualisierung des gesperrten Telefons des Attentäters: Dieses soll die Sicherheitsfunktion deaktivieren und die unbegrenzte und automatisierte Eingabe von Passwörtern ermöglichen. Damit wollen die Behörden das Smartphone entsperren und an jene Dateien gelangen, die noch nicht mit der iCloud synchronisiert worden sind (auf die das FBI Zugriff hat). Wie komplex Apples Schutzmechanismus sein muss, zum Beispiel eine Update-Blockade des Prozessors für die Verschlüsselung, ist umstritten.

Apple-Chef Cook verteidigt Haltung

Apple-Chef Tim Cook äußerte sich erstmals in einem Interview zu dem Thema. Es wäre "schlecht für Amerika", wenn Apple der FBI-Bitte um Mithilfe beim Knacken des Handys nachkommen würde, sagte er am Mittwoch dem TV-Sender ABC News. Gleichwohl sei die Verweigerungshaltung Apple nicht leichtgefallen, sagte Cook. Es sei eine "harte", aber auch "richtige" Entscheidung gewesen. Im Zweifelsfall sei die Firma bereit, vor den Obersten Gerichtshof zu ziehen, zitieren US-Medien Cook.

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Die Dimension des Falles

Die US-Bundespolizei FBI hatte Apple zur begrenzten Mithilfe bei der Überwindung einiger Sicherheitssperren auf dem iPhone aufgefordert, das dem mutmaßlichen Attentäter von San Bernardino gehörte, der im Dezember in dem kalifornischen Ort mit seiner Frau 14 Menschen erschossen haben soll. Apple lehnte jedoch mit dem Hinweis ab, dass dadurch auch andere Handys anfälliger für Hacker-Aktionen der Behörden oder gar Krimineller würden. Letztlich gehe es um einen Generalschlüssel zu privaten Daten, die man schützen müsse, erklärt der High-Tech-Konzern, dessen Haltung von Bürgerrechtsaktivisten unterstützt wird.

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