Datenklau bei Sony Playstation-Debakel: Schlampige Firma, faule Nutzer

Sony hat mit dem Verlust von Millionen persönlicher Nutzerdaten millionenfach Vertrauen verspielt. Und doch sind auch wir Kunden schuld - weil wir im Netz viel zu unvorsichtig sind.

Ein Kommentar von Thorsten Riedl

Sony ist schuldig. Der japanische Elektronikkonzern hat sich das wichtigste Gut seiner Kunden rauben lassen: sensible Informationen wie Namen, Geburtsdaten, Passworte, womöglich Kreditkartennummern.

Das Unternehmen hat geschlampt - und somit das Vertrauen von Millionen Konsumenten eingebüßt. Zu Recht. Und doch trägt Sony nicht allein die Schuld an dem Debakel. Denn jetzt rächt sich die Bequemlichkeit jedes Einzelnen. Die eigenen Daten sind in der modernen Informationsgesellschaft ein Vermögen wert - jeder Bürger hat die Verpflichtung, darauf aufzupassen.

Wer die Debatte und die Rechtsstreitigkeiten um die Volkszählung der achtziger Jahre noch im Kopf hat, blickt ungläubig darauf, welche Daten heute im Internet preisgegeben werden: in "Gefällt mir"-Abstimmungen in sozialen Netzwerken zum Beispiel, mit intimen Fotos, die für jedermann einsehbar sind, oder durch die Weitergabe von Zugangsdaten für das eigene Bankkonto.

Manche Informationen nutzen Werbekunden, dafür gibt es dann einiges umsonst im Netz, etwa den Plaudertreff Facebook. Andere Daten sind bares Geld wert, vor allem für Kriminelle, weil sie so Zugang zu fremden Konten bekommen können.

Wer aus Bequemlichkeit seine Kreditkartendaten einem Anbieter überlässt, statt sie bei jedem Kauf neu einzugeben, darf sich jetzt nicht wundern. Kein Unternehmen hat im Netz einen solchen Vertrauensvorschuss verdient: Die Großen wie Sony, Amazon oder Apple nicht, weil sie beliebtes Ziel von Hackern sind; die Kleinen nicht, weil ihnen oft die Mittel fehlen für einen ausreichenden Schutz.

Die Lehre kann nur heißen, die eigenen Daten in diesen Zeiten zu hüten wie einen Schatz. Denn das sind sie.