iOS-Betriebssystem Apple bringt Notfall-Update heraus

Dieser Buchstabe ließ iPhones und iPads abstürzen. Apple brachte das iOS-Update 11.2.6 am Montag heraus.

(Foto: Screenshot)
  • Ein iOS-Update behebt einen Fehler, der iPhones und iPads abstürzen ließ.
  • Die Geräte konnten ein Schriftzeichen der indischen Telugu-Schrift nicht darstellen und starteten immer wieder von selbst neu.
  • Zum wiederholten Mal muss Apple binnen weniger Monate einen Software-Fehler mit einem Update ausbessern.

Apple hat ein Update veröffentlicht, das den sogenannten Telugu-Bug behebt. Ein indisches Schriftzeichen hatte reihenweise iPhones und iPads abstürzen lassen. Nutzer der iOS-Version 11.2.5 sollten so schnell wie möglich ihr System aktualisieren.

74 Millionen Menschen in Südindien sprechen die Sprache Telugu. Deren Schrift enthält ein bestimmtes Zeichen, mit dem iOS-Geräte nicht bisher nicht klarkamen. Nutzer mussten den Buchstaben nicht einmal selbst eingeben. Es reichte, wenn das Zeichen in einer Push-Benachrichtigung auftauchte, etwa nachdem sie eine Whatsapp- oder iMessage-Nachricht erhalten hatten.

Die entsprechende App fror ein, und das sogenannte Springboard, ein Teil von iOS, der den Homescreen des iPhone steuert, stürzte ab. In den meisten Fällen musste das Gerät in den Wartungsmodus versetzt und neu gestartet werden, um den Fehler zu beheben. Prankster, die ihren Freunden einen üblen Streich spielen wollten, nutzten den Bug und verschickten massenhaft Nachrichten mit dem Telugu-Zeichen. Auch viele Twitter- und Facebook-Nutzer verbreiteten das Schriftzeichen.

Apple kämpft seit Monaten mit Fehlern und Sicherheitslücken

Das Notfall-Update kann unter "Einstellungen>Allgemein>Softwareupdate" heruntergeladen werden. Das stationäre Betriebssystem MacOS High Sierra und WatchOS sind ebenfalls von dem Problem betroffen. Dort ist der Fehler allerdings nicht so gravierend, da nicht das gesamte Gerät, sondern nur die entsprechende App abstürzt, in der das Zeichen auftaucht. Auch für Macs und die Apple Watch steht ein Update parat, das den Bug behebt.

Für Apple setzt sich damit eine verhängnisvolle Reihung von Software-Fehlern fort. In den vergangenen Monaten hatten sich kuriose Bugs und schwerwiegende Sicherheitslücken gehäuft. So stürzten etwa am 2. Dezember massenhaft iPhones ab, die Autokorrektur verwandelte ein "i" in ein "A", iPhones und iPads versagten bei Grundrechenarten, und eine peinliche MacOS-Schwachstelle musste mit einem Notfall-Update geschlossen werden. Auch deshalb kündigte Apple kürzlich an, beim kommenden iOS 12 kaum neue Funktionen zu implementieren, sondern sich stattdessen auf Sicherheit und Zuverlässigkeit zu konzentrieren.

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