Umweltaktivist Felix Finkbeiner Der Felix, der mit dem Bäumepflanzen anfing

Bäume pflanzen ist cool: Mit neun Jahren startete Felix Finkbeiner die Umweltschutzaktion "Plant for the Planet". Er spornte Kinder auf der ganzen Welt an, traf Friedensnobelpreisträger und wurde zum gefragten Redner. Politiker werden will er aber nicht.

Von Blanche Mamer

Für einen 15-Jährigen, der bereits mit Friedensnobelpreisträger wie Kofi Annan und Al Gore gesprochen hat, wirkt Felix Finkbeiner erstaunlich normal. Für seine Freunde ist er Felix. Einfach nur Felix, der gerne Fußball spielt, ein Fan von Thomas Müller ist, gerne snowboarded, mit dem Mountain Bike durch die Gegend kurvt und in der Schule gar nicht so schlecht ist.

Für die Kinder von "Plant for the Planet" ist er der Felix, der mit dem Bäumepflanzen anfing. Und für die Erwachsenen, die sich für Umweltfragen interessieren, ist er Felix Finkbeiner, der schon mit neun Jahren eine Umweltschutzinitiative gründete und bei der UN-Vollversammlung in New York sprechen durfte.

Nun hält er am Sonntag die Kanzelrede in der Erlöserkirche in München, was bisher hauptsächlich Politiker wie Joachim Gauck, Charlotte Knobloch oder Sabine Leutheusser-Schnarrenberger durften.

Dem 15-Jährigen mit der Denkerbrille traut man visionäre Thesen zu

"Ich werde alle Fragen ansprechen, die uns Kinder und Jugendliche beschäftigen und die weit über das Bäumepflanzen hinausgehen", sagt der 15-Jährige aus dem oberbayerischen Dorf Pähl. Ein wenig aufgeregt ist er schon, es wird die längste Rede, die er je gehalten hat. 45 Minuten.

Die Rede ist fertig: "Alles würde gut - wie Kinder die Welt verändern können", lautet der Titel. Durch die Vorbereitung haben in der vergangenen Woche die Hausaufgaben ein wenig gelitten, sagt er, klappt sein Notebook zu und fläzt sich in seinen Stuhl.

Nö, Probleme in der Schule habe er nicht, es laufe ganz gut. Was er später vorhat, weiß er noch nicht, Politiker wolle er nicht werden, sagt er jedenfalls und isst nebenbei ganz schön viel von der "guten Schokolade", die "fair und klimaneutral" hergestellt, von "Plant for the Planet" vertrieben wird. "Eine Tafel kostet einen Euro, 20 Cent gehen an die Organisation, und mit fünf verkauften Tafeln können wir einen Baum kaufen", sagt er, verstrubbelt sich die Haare und ist gleich mitten drin im Thema. "Die Kinder der Kakaobauern sollen zur Schule gehen statt für uns Kakaobohnen zu pflücken. Damit ist unsere Schokolade eine richtige Kinderschokolade. Wir Kinder haben jedenfalls viel über Schokolade gelernt. Wie zum Beispiel, dass die Produktion von 100 Gramm Schoko 300 Gramm CO2 verursacht."