Theresa Schopper: Mein Füssen Wie Tiroler fast den Sexshop retteten

Wer besucht die verruchten Etablissements? Das wird in Füssen beobachtet, weiß Theresa Schopper. Im Fragebogen erklärt die Grünen-Politikerin zudem den perfekten Weg zu Schloss Neuschwanstein.

Von Tobias Dorfer

Jeder Ort hat kleine Geschichten und große Geheimnisse. Und wer könnte diese Geheimnisse besser lüften, als jemand, der dort wohnt - oder der dort zumindest eine ganze Weile gelebt hat? Auf sueddeutsche.de präsentiert jede Woche ein Prominenter "sein Bayern". Heute stellt die bayerische Landesvorsitzende der Grünen, Theresa Schopper, ihre Heimatstadt Füssen vor.

"Umringt von Königsschlössern und Seen" - so wuchs Theresa Schopper in Füssen auf. Inzwischen hat die die Grünen-Politikerin dem Allgäu den Rücken gekehrt und lebt in München. Dort studierte sie Soziologie, Psychologie und Kriminologie. Als bayerische Landesvorsitzende ist auch heute noch die Landeshauptstadt der Lebensmittelpunkt von Theresa Schopper. Dennoch: Die Verbindungen in ihre Heimat bestehen nach wie vor.

Sie haben in Füssen gelebt. Warum sind Sie weggezogen?

Nach dem Abitur wollte ich zum Studium nach München und dies hat auch gut geklappt und ich lebe bis heute in München.

Das Schönste an Füssen ist...

Es ist eines der schönsten Fleckerl Erde in Bayern, ob zum Baden , zum Bergsteigen und Wandern, zum Radeln... Umrahmt von einer Kulisse, die schon fast kitschig ist.

Am meisten geärgert habe ich mich in Füssen darüber,

...dass viele Menschen in meinem Alter der Wankmiller Sekte (heute Stamm der Likatier - damals noch als Junge Union Ortsverbandgruppe getarnt), auf den Leim gegangen sind und dies heute noch tun.

Ihr schönstes Erlebnis in Füssen?

Wie mir mein Papa mit drei Jahren am Galgenbichl das Skifahren beigebracht hat. Wir mussten, wie damals so üblich, den Berg mit den Skier ersteigen, die selbst getretene Piste war umringt von vielen Tannen, und war ich mir sicher, dass hier der Nikolaus wohnt und mit seinem Schlitten gleich vorbeikommt.

Welches ist ihr liebster Platz in Füssen - und warum?

Einmal rund um den Hopfensee, nicht gerade im Sommer zur Hochsaison, aber im Winter die schönste Joggingstrecke. In der Stadt selbst die Fußgängerzone, nette kleine Geschäfte, heimelige Atmosphäre und man trifft immer jemanden zum Ratschen.

Wo sollte jeder Besucher mal ein Bier trinken, wo schmeckt das Essen besonders gut?

Mein Lieblingslokal in Füssen ist das Eiscafe Dolomiti. Schon als Kind durfte ich mir jeden Sonntag nach dem Kirchgang eine Kugel Eis für damals noch zehn Pfennige kaufen, heute kann man schön draußen sitzen und das Treiben in der Fußgängerzone beobachten. Zu einem wirklich guten Essen würde ich Sie nach Pfronten auf die Schloßangeralp entführen. Barbara Schlachter Ebert zaubert in der Küche, man sitzt gemütlich, es gibt einen wunderbaren Wein, kredenzt von ihrem Ehemann, und sofort ist man im kulinarischen Paradies angelangt.