Jochberg Aus für Pumpspeicherwerk

Wanderer auf dem Jochberg in der Jachenau.

(Foto: Manfred Neubauer)

"Es gibt dafür einfach kein Geschäftsmodell": Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zufolge lassen sich für das geplante Pumpspeicherwerk auf dem Jochberg keine Investoren finden. Die betroffenen Gemeinden sind erleichtert.

Das umstrittene Pumpspeicherkraftwerk auf dem Jochberg in der Jachenau ist vorerst vom Tisch. Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat solchen Projekten im Freistaat eine Absage erteilt. "Es gibt dafür einfach kein Geschäftsmodell", begründete sie ihre Entscheidung, keine neuen Pumpspeicherwerke in Bayern zu planen.

Aigner zufolge lassen sich dafür keine Investoren finden. Das Vorhaben der Energieallianz Bayern auf dem Jochberg sei "ohnehin keine gute Idee" gewesen, erklärte die Ministerin dem Münchner Merkur. "Das ist ein Ausflugsberg." In den betroffenen Gemeinden nimmt man dies mit vorsichtiger Genugtuung auf. "Wir freuen uns jetzt", sagte Kochels Bürgermeister Thomas Holz (CSU).

Euphorisch gibt sich Holz aber nicht. Er will eine Stellungnahme des Projektträgers abwarten. "Was noch fehlt, ist der offizielle Stopp durch die Energieallianz", sagte er. Dieser Zusammenschluss von meist kommunalen Energieversorgern hat seine Jochberg-Pläne bislang ruhen lassen, aber nicht begraben. Das Aktionsbündnis "Nochberg", das unter anderem mit einem Marsch nach München gegen das Pumpspeicherwerk protestiert hatte, sieht sich durch Aigners Beschluss bestätigt.

Energie oder Idylle

Pumpspeicherkraftwerke sollen die Atomkraftwerke ersetzen, doch sie sind eigentlich unrentabel. Deshalb fordern Investoren staatliche Zuschüsse. Die Gegner der geplanten Anlagen formieren sich, auch, weil Bayerns neue Energie-Ministerin Ilse Aigner sich wohl für die Kraftwerke einsetzen will. Von Heiner Effern, Stefan Mayr und Alexandra Vecchiato mehr ...

"Wir freuen uns, dass Argumente von uns aufgenommen wurden und zu der Entscheidung geführt haben", sagte Sprecher Friedl Krönauer. Ihm geht es nun darum, solche Projekte an anderen Standorten zu verhindern. Jeder Berg sei wichtig und dürfe "nicht von der Energielobby besetzt" werden, sagte er. Für den Tölzer Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) kommt das vorläufige Aus für Pumpspeicherwerke nicht überraschend. "Zurzeit gibt es keine wirtschaftliche Grundlage dafür - es lohnt sich nicht."

Kritik kommt vom Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann. Es werde teuer, deutschen Strom in Österreich zu speichern, meinte er. Dafür müssten weitere Stromleitungen gebaut werden. Bayern brauche Pumpspeicherwerke.