Abrams-Komplex Polizei zeigt mehr Präsenz in Garmisch

  • In Garmisch-Partenkirchen ist die Zahl der Straftaten unter Flüchtlingen gestiegen. Im Abrams-Komplex muss die Polizei häufig wegen Streitigkeiten unter den Bewohnern anrücken.
  • Vor kurzem hatte die Bürgermeisterin in einem Schreiben die Zustände beklagt. Ausländische Medien wollten sogar einen Bürgerkrieg erkennen.
  • Nun will die Polizei mehr Präsenz zeigen. Für das Wochenenede wurden auch berittene Beamte aus Rosenheim abgeordnet.
Von Matthias Köpf, Garmisch-Partenkirchen

Als erste Reaktion auf die erregte Flüchtlingsdebatte in Garmisch-Partenkirchen zeigt die Polizei dort mehr Präsenz. Nachdem die örtliche Inspektion erklärt hatte, sie sei zumindest zeitweise überfordert von der Vielzahl der Einsätze in der Erstaufnahme im Abrams-Komplex, gehen in dem Kurort nun auch Beamte des Unterstützungszugs aus dem nahen Weilheim auf Streife. Für das Wochenende hat das zuständige Polizeipräsidium nach eigenen Angaben berittene Beamte aus Rosenheim nach Garmisch beordert.

Beide Maßnahmen sollen demnach vor allem das Sicherheitsgefühl der Garmischer und ihrer Gäste stärken. Man wolle dem entgegenwirken, dass sich Menschen unwohl fühlen, wenn sie durch den Kurpark gehen oder nachts im Ortskern unterwegs sind, heißt es aus dem Präsidium, das sich gerade von der Reiterstaffel diesen Effekt verspricht. Was tatsächliche Straftaten gegen Einheimische oder Touristen betrifft, so habe man in Garmisch-Partenkirchen ohnehin keine auffällige Häufung registriert, versichert ein Sprecher.

Allerdings sind in Garmisch sehr wohl mehr Straftaten passiert. Diese Taten beschränken sich aber fast ausschließlich auf die Erstaufnahme für Flüchtlinge im Abrams-Komplex, die für Außenstehende nicht ohne Weiteres zugänglich ist. Dort leben derzeit 250 Flüchtlinge. In den vergangenen Wochen ist wie in allen Erstaufnahme-Einrichtungen der Anteil junger Männer aus Schwarzafrika gestiegen, weil diese inzwischen den größten Teil der Neuankömmlinge im Land ausmachen.

In Garmisch sind es derzeit 150 junge Afrikaner, die das Leben im Abrams-Komplex dominieren. Die Polizei muss dort immer wieder wegen Streitigkeiten und Prügeleien der Bewohner untereinander anrücken. Grundsätzlich unterscheide sich der Abrams-Komplex darin aber nicht von anderen Erstaufnahmen.

Die räumliche Enge, eine hohe Reizbarkeit und sehr oft Alkohol spielten überall eine entscheidende Rolle, heißt es aus dem Präsidium. Erst am Donnerstagabend haben laut Polizei im Abrams-Komplex wieder zwei Männer einen dritten massiv zusammengeschlagen. Beteiligt waren in diesem Fall zwei Iraner und ein Afghane .

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