Flut in Bayern Rücklage für Hochwasser-Opfer wird erhöht

150 Millionen Euro stehen den Flutopfern in Bayern bisher zur Verfügung. Doch das Geld wird nicht reichen. In der SZ kündigt Finanzminister Söder jetzt an, eine Hochwasser-Rücklage von 200 Millionen Euro anlegen zu wollen.

Von Mike Szymanski

Die Staatsregierung stockt das Hilfsprogramm noch einmal deutlich auf. Finanzminister Markus Söder (CSU) kündigte im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung an, eine Hochwasser-Rücklage von 200 Millionen Euro anzulegen. Bisher stehen den Flutopfern in Bayern 150 Millionen Euro zur Verfügung, jeweils zur Hälfte finanziert vom Freistaat und vom Bund.

Es deutet sich an, dass diese Summe womöglich nicht reichen könnte. Auch Regierungschef Horst Seehofer geht bereits mit einer "gewissen Wahrscheinlichkeit" davon aus, dass mehr Geld gebraucht werden könnte. Söder, der für die Abwicklung der Fluthilfe zuständig ist, erklärte am Donnerstag: "Wir werden in diesem Jahr 200 Millionen Euro weniger in den Länderfinanzausgleich überweisen müssen. Das Geld wird frei gehalten als Hochwasser-Rücklage."

Zuvor hatte sich FDP-Haushaltsexperte Karsten Klein für diese Idee eingesetzt. Nach Angaben von Söder hat das Finanzministerium bereits eine erste Rate in Höhe von 40 Millionen Euro an die betroffenen Krisenregionen überwiesen, um beispielsweise die Soforthilfe von 1500 Euro pro Haushalt ausbezahlen zu können. Landwirte können ein Sofortgeld von bis zu 5000 Euro beantragen, für Ernteausfälle sind Zuschüsse bis zu 50.000 Euro und in Härtefällen sogar bis zu 100.000 Euro möglich.

Auch am Donnerstag taten sich die Behörden noch schwer, den Gesamtschaden zu beziffern. Es wird noch Tage dauern, bis das Wasser überall in die Flussbetten zurückgekehrt und eine seriöse Bilanz möglich ist. Der Schaden dürfte in jedem Fall im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Hochwasser 2002 kostete etwa 200 Millionen Euro

Ein Überblick über die früheren Hochwasserkatastrophen in Bayern und deren Bilanzen erlaubt eine Annäherung. Das Landesamt für Umwelt hatte die Daten erhoben, sogar für die Flut von 1954, die zwölf Menschen das Leben kostete und Schäden von umgerechnet 60 Millionen Euro verursachte.

Das verheerende Pfingsthochwasser von 1999 verursachte Schäden von 345 Millionen Euro. Danach investierte die Staatsregierung hohe Summen in den Hochwasserschutz. Das Hochwasser 2002 kostete etwa 200 Millionen Euro und das von 2005 etwa 189 Millionen Euro.