Präsentation des i3 BMW macht auf Apple

Jung, grün, hip: Konzernchef Norbert Reithofer stellt in New York den i3, das erste Elektroauto von BMW vor, und erinnert trotz Anzugs statt Rollkragenpullover an Steve Jobs. Ähnlich wie Apple hat BMW bei dieser Show wirklich nichts ausgelassen.

Von Kathrin Werner, New York

BMW hat wirklich nichts ausgelassen bei dieser Show. Konzernchef Norbert Reithofer springt in bester Steve-Jobs-Manier auf die Bühne, es fehlt nur der schwarze Rollkragenpullover, den der verstorbene Apple-Chef zu seinen legendären Produktpräsentationen trug. Reithofer trägt Anzug und Krawatte, aber die großen Worte beherrscht er ebenso wie Jobs. "Seit fast 130 Jahren gibt es Autos. Heute beginnt eine neue Ära", sagt er. "Es ist eine Technikrevolution." Neben ihm lächeln Vorstandskollege Peter Schwarzenbauer und eine Moderatorin ins Scheinwerferlicht. "Wow! Wow! Wow!", ruft sie, "Ihr schreibt hier heute Geschichte." Sie stupst "Norbert" und "Peter" in die Seite.

Auf dem riesigen Bildschirm hinter den Managern und der Moderatorin schaltet sie Peking und London zu, es ist ein wenig wie beim Eurovision Song Contest. "Guten Tag, London, guten Abend Peking", sagt sie, "ich hoffe, Ihr feiert eine tolle Party." Auch in Peking und London stehen je eine Moderatorin und zwei etwas unbeholfene Anzugträger aus dem BMW-Vorstand auf der Bühne, die auf Englisch von der Technikrevolution schwärmen und oft mit der Aussprache des "th" kämpfen. "Wir machen einen großen Schritt in die Zukunft", sagt Vertriebsvorstand Ian Robertson in London. "Wir zeigen hier Stärke, Pioniergeist und dass wir langfristig denken", sagt Finanzvorstand Friedrich Eichiner in Peking. "Das ist ein Tag, an den sich künftige Generationen erinnern werden", sagt Reithofer in New York. Wer zählen will, wie oft heute das Wort "Revolution" fällt, muss sehr weit zählen können.

Die Revolution ist: ein Auto

Die Revolution ist - Kunstpause - ein Auto. Vier Räder, Rückspiegel, Glas und Lack. BMW hat Journalisten aus der ganzen Welt zur großen Präsentation des Elektroautos i3 eingeladen. Es soll das neue Aushängeschild für BMW werden, der Münchner Autobauer will mitmachen in der grünen Zukunft. Es geht um viel für BMW, um Geld und den guten Ruf. Der Konzern will jung, grün und hip sein - und innovativ. BMW versteht sich als Ingenieurskonzern und Technikvorreiter. Da darf der Konzern bei der derzeit wohl innovativsten Technik, den Elektroautos, nicht enttäuschen. Da darf auch die Show nicht enttäuschen.

In New York hat BMW eine schicke Industrieetage im Künstlerviertel Chelsea angemietet. Blaue Scheinwerfer beleuchten den kargen Raum. Fußböden, Wände, Stühle, alles ist in weiß gehalten - auch das wie bei Apple. Auch das Tuch, das den Star des Tages noch verdeckt, ist weiß. Die Moderatorin holt ein kleines Mädchen im Glitzerkleid auf die Bühne. Ein Countdown läuft wie ein Herzschlag, gemeinsam drücken die Manager und das Mädchen einen Knopf auf einem iPad. Gleißende Scheinwerfer schweifen über die Bühne, fokussiert das Auto. Musik ballert.

Wie von Geisterhand verschwindet das Tuch. Da steht er, silberfarben und schwarz, der neue i3.

Neues i3-Modell Die Branche hofft auf das Elektroauto von BMW

Auf drei Kontinenten gleichzeitig stellt BMW sein Elektroauto i3 vor. Für Vertriebschef Ian Robertson dürfte es einer der wichtigsten Momente seines Berufslebens sein. Denn das neue Auto könnte die gesamte Branche für immer verändern.