Pkw-Szenarien bis 2040 Autobestand erreicht 2022 seinen Höhepunkt

Es bleibt voll auf Deutschlands Straßen: Erst nach 2022 soll der Pkw-Bestand in Deutschland langsam zurückgehen.

(Foto: dpa)
  • Laut der Shell-Studie "Pkw-Szenarien bis 2040" wird der Pkw-Bestand 2022 seinen Höhepunkt erreichen. Dann wären 45,2 Millionen auf Deutschlands Straßen unterwegs.
  • Auch die Pro-Kopf-Motorisierung und die Fahrleistung sollen im nächsten Jahrzehnt steigen. Danach würden alle Werte langsam fallen.
  • Alternative Verkehrskonzepte gewinnen an Bedeutung, aber das Auto bleibe das Hauptverkehrsmittel.
  • Der Anteil an Elektroautos soll gering bleiben. Dennoch würden Autos sauberer und sparsamer.
Von Thomas Harloff

2022 fahren 45,2 Millionen Pkws auf Deutschlands Straßen

2022 wird der Personenwagenbestand in Deutschland seinen Höhepunkt erreichen. Das ist das Ergebnis der an diesem Dienstag vorgestellten Studie "Pkw-Szenarien bis 2040", die der Mineralölkonzern Shell in Zusammenarbeit mit der Prognos AG aus Basel erstellte. Demnach wird sich die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Personenwagen von heute 43,9 Millionen bis 2022 auf 45,2 Millionen erhöhen, damit seinen Höhepunkt erreichen und bis 2040 langsam auf 42,7 Millionen abnehmen. Das entspräche dem Niveau von 2010.

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Mehr Autos und mehr Kilometer im nächsten Jahrzehnt

Laut der Studie steigt die Pro-Kopf-Motorisierung bis 2028 auf ihren Höhepunkt von 570 Autos pro 1000 Einwohner. Heute liegt die Quote bei 550. Ein Grund dafür ist neben dem wachsenden Autobestand der kontinuierliche Bevölkerungsschwund der kommenden Jahre.

Die Pkw-Fahrleistung wird von heute jährlich 617 auf 626 Milliarden Kilometer im Jahr 2020 steigen, um danach auf das Niveau von 2005 (580 Milliarden) zu sinken. Ein Autofahrer legt 2025 im Schnitt 11 650 Kilometer im Jahr zurück. Heute sind es 11 330, in 26 Jahren werden es 11 400 sein, so die Prognose der Studie. Die 30- bis 39-Jährigen legen 2040 die meisten Kilometer zurück, der Anteil an Firmenwagen nimmt weiter zu.

"Wir beobachten insbesondere eine Verschiebung der Pkw-Motorisierung von den Männern zu den Frauen", sagt Stefan Rommerskirchen vom Beratungsunternehmen Prognos. "Die demografische Alterung dämpft Motorisierung und Fahrleistungen, aber auch die Jungen besitzen weniger Pkw und nutzen diese weniger intensiv als frühere Generationen."

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Das Auto bleibt die Nummer eins

Obwohl die Bedeutung alternativer Fortbewegungsmittel und Verkehrsangebote wie Fahrrad, Carsharing oder Fernbusse zunimmt, bleibt das Auto nach Aussage der Studie die Nummer eins. Als vorrangige Antriebsquelle diene weiterhin der Verbrennungsmotor. 95 Prozent aller 2040 zugelassenen Personenwagen haben Benzin-, Diesel- oder Gas-Triebwerke - heute sind es 99,8 Prozent. Immerhin sollen 2040 laut der Studie 11,8 von 42,7 Millionen Autos einen Hybridantrieb besitzen, bei dem ein Verbrennungs- mit einem Elektromotor zusammenarbeitet. Die Zahl reiner Elektro- oder Brennstoffzellenautos soll sich auf nur zwei Millionen beschränken.

Alternatives Szenario geht von mehr Elektroautos aus

Allerdings haben die Macher der Studie auch ein Alternativszenario erarbeitet, das von schärferen Abgas- und Emissions-Richtlinien sowie großen technischen Fortschritten bei Elektroantrieben ausgeht. Demnach sinkt der Anteil von Autos mit Verbrennungsmotor auf 89 Prozent, wobei 15 Millionen Pkws über einen Hybridantrieb verfügen. 4,5 Millionen Personenkraftwagen werden batterieelektrisch oder von einer Brennstoffzelle angetrieben.

Obwohl sich der Anteil an alternative Antrieben in Grenzen hält, sollen Autos laut der Studie in 26 Jahren 60 Prozent weniger CO₂ ausstoßen als heute. Damit würden sie das nationale Klimaziel der Bundesregierung von 70 Prozent allerdings verfehlen. Der Kraftstoffverbrauch werde sich in etwa halbieren.

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