Kreisel Electric 18 Minuten Ladezeit für 300 Kilometer Reichweite

Der Kreisel Panamera hat einen Drehzahlmesser und sieben Gänge - ungewöhnlich bei einem Elektroauto.

(Foto: Kreisel Electric)

Außerdem lassen sich die Batterien durch die besseren Verbindungen schneller laden. Die nötige Ladeinfrastruktur vorausgesetzt, soll es 28 Minuten dauern, um den Akku auf seine volle Kapazität zu laden. Nach 18 Minuten sollen es 80 Prozent sein, was Kreisels vorsichtiger Angabe zufolge für eine Reichweite von 300 Kilometer reicht. Zum Vergleich: Tesla gibt an, einem Model S an den entlang des Autobahnnetzes aufgestellten Schnellladestationen innerhalb von 30 Minuten 270 zusätzliche Kilometer einspeisen zu können.

Doch zurück zum Elektro-Porsche. Eine Besonderheit im Innenraum fällt auf, sobald der Blick auf das Instrumenten-Quintett fällt. In dessen Zentrum sitzt - wie bei jedem Porsche, aber im Gegensatz zu anderen E-Mobilen - ein Drehzahlmesser. Anders als bei gängigen Elektroautos hat der Kreisel Panamera nämlich nicht nur einen Gang, sondern behält das serienmäßige Getriebe mit sieben Fahrstufen bei. "Auch ein Elektromotor hat einen Wirkungsgrad. Bei diesem Fahrzeug liegt der Idealbereich bei 4600 Umdrehungen", erklärt Markus Kreisel. "Man kann den Gang also immer so wählen, dass das Fahrzeug besonders effizient fährt."

Eine Modellpalette, die man nicht kaufen kann

Außerdem war den Österreichern wichtig, dass der Allradantrieb des Porsche erhalten bleibt. Deshalb rotiert weiterhin die Kardanwelle, die das Drehmoment des Motors an die Hinterräder weiterleitet, unter dem Auto. Das machte es nicht gerade einfacher, die Batterietechnik in dem Viertürer unterzubringen.

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Nun ist der Panamera nicht das einzige Modell, das Kreisel in ein Elektroauto verwandelt. Auch den BMW 3er Touring der letzten Generation haben sie in Freistadt zum Elektroauto umgebaut. Die offiziellen Eckdaten: 300 Kilometer Reichweite, 120 kW (163 PS) Leistung und 180 km/h Höchstgeschwindigkeit. Genauso schnell soll das elektrische SUV auf Škoda-Yeti-Basis sein, mit 170 kW (232 PS) aber ungleich stärker und auch mit einer etwas größeren Reichweite und einem Allradantrieb gesegnet.

Marketinginstrumente für die Elektromobilität

Interessant für Menschen mit größerem Platzbedarf könnten die E-Versionen des Mercedes Sprinter und VW Caddy sein. Die sind zwar nicht ganz so stark und schnell, aber auch ihr Aktionsradius soll 300 beziehungsweise 350 Kilometer betragen. Dafür sollen ihre Batterien dank besonders schneller Ladegeräte schon nach zwei bis zweieinhalb Stunden wieder vollständig aufgeladen sein.

Die beiden auf Eigeninitiative der Kreisels aufgebauten Transporter haben inzwischen das Interesse der Industrie geweckt. Gut möglich, dass der Sprinter und der Caddy bald in Kleinserie produziert werden. "Wir selbst werden das aber nicht machen", sagt Markus Kreisel. Seine Firma wird sich weiterhin auf den Bau von Vorentwicklungen und Prototypen konzentrieren und die selbstentwickelten Akkus an Industriekunden verkaufen. Die Autos sind allenfalls Mittel zum Zweck, um die Leistungsfähigkeit der eigenen Batterien zu demonstrieren - und Marketinginstrumente für die Elektromobilität im Allgemeinen. "Wir wollen zeigen, was bei der Batterietechnik inzwischen möglich ist, und damit etwas Druck erzeugen", sagt Markus Kreisel. Mehr Druck - das hat der immer noch sehr kleine Elektroauto-Markt im deutschsprachigen Raum fraglos nötig.

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