Audi A6 Avant Stärkster Dieselkombi der Welt

Generation sechs rollt an: Audi hat die Kombi-Version des A6 auf Vordermann gebracht und setzt damit wieder einmal die Benchmark. Mit im Angebot: ein bärenstarker V6-Diesel - und ein Lautsprecher im Auspufftopf. Die erste Ausfahrt.

Von Jürgen Wolff

Audi setzt auf Leichtbau - das ist auch bei der neuen, mittlerweile sechsten Generation des Audi A6 Avant nicht anders. Die Karosserie des 4,93 Meter langen Kombis besteht zu rund 20 Prozent aus Aluminium-Komponenten. Der neue Avant bringt so - wie die Limousine auch - bis zu 70 Kilogramm weniger an Gewicht auf die Straße als sein jeweiliger Vorgänger.

Bis zur B-Säule entspricht Audis neue Business-Klasse weitgehend der Limousine. Hinter den Fronttüren läuft die niedrige Dachline sanft geschwungen nach hinten weiter bis zu den flach stehenden D-Säulen. Insgesamt wirkt der Ingolstädter wie gehabt sportlich und elegant zugleich.

Die meisten A6 wurden auch bisher schon in der Kombi-Version verkauft - das dürfte bei dem neuen Avant nicht anders werden. Mit hochgestellter zweiter Sitzreihe bietet der Laderaum wie gehabt 565 Liter - etwas weniger als die Kombiversion des VW Passat und etwas mehr als die des 5er BMW, des Ford Mondeo oder des Opel Insignia.

Wer die asymmetrisch geteilte Rückbank im Audi aber umklappt, der bekommt bis zu 1680 Liter Laderaum. Zum Klappen reicht die Betätigung eines kleinen Hebels im Gepäckraum. Der Boden selbst ist weitgehend eben, zugänglich über eine nur 632 Millimeter hohe Ladekante.

Nach dem VW Passat verfügt nun auch der A6 Avant optional über eine Sensorsteuerung für die Hecklappe: Ein Schlenkern mit dem Fuß unter dem Fahrzeugheck - und elektrisch schwenkt die Klappe nach oben. Praktisch, wenn man mit allen Händen vollgepackt ans Auto kommt - und keineswegs so unkompliziert, wie es sich liest. Denn bis man ein "gültiges Bewegungsmuster" drauf hat, auf das die Sensoren laut Audi reagieren, ist erst mal einiges an übender Fußarbeit nötig.

Innen herrscht bewährte Audi-Qualität: Viel Platz vorne, ausreichend Platz hinten, edle Materialien, angenehme Haptik, dezente Formen und Farben. Die Sitze passen wie angegossen und sind vielfältig zu verstellen, die Instrumente vor dem Fahrer sind bestens einzusehen.

In die Bedienung des Bordsystems uss man erst einmal ein paar Lerneinheiten investieren - dann aber findet man sich bestens zurecht. Über die Aufpreisliste lassen sich Assistenzsysteme und Helferlein nahezu ohne Grenzen drauf packen - es ist bei Audi kein Problem, den Basispreis mit Sonderausstattung satt zu verdoppeln.

MMI-Navigation mit Touchpad-Bedienung, belüftete Massagesitze vorne, Head-up-Display - die Wunschliste reicht für ein dutzend Weihnachtsfeste. Neu im Angebot ist unter anderem die Einparkhilfe plus, die aus vier ringsum verteilten Kameras praktisch ein Luftbild des Wagens zusammensetzt und auf den Bildschirm in der Mittelkonsole projiziert - inklusive aller Kleinteile, die auf dem Boden im unmittelbaren Gefahrenbereich der Reifen herumliegen und die man sonst nie sehen würde.

Neu ist auch das Verkehrsinformationssystem, das seine Infos über Staus unter anderem in Echtzeit über die anonymisierten Handy- und Positionsdaten tausender von Fahrzeugen zieht und so auch bei Bundes-, Landes- und Innenstadtstraßen funktionieren soll. Ausgebaut wurde auch die Kooperation mit Google, das übers Web nicht nur Karten und Satellitenbilder fürs Navi liefert, sondern auch Ortsinformationen und die Ansichten von StreetView.