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Zum Tod von Neil Armstrong:Gesicht des Fortschritts

Mit einem kleinen Schritt betrat Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond. Die Bilder und Worte des Mannes im weißen Raumanzug brannten sich in das Gedächtnis der Menschheit ein. Er war ein Pionier des Weltraums - und bleibt eine Symbolfigur des Fortschritts.

Es sind körnige Bilder, sie wirken fern, geradezu entrückt: Neil Armstrong setzt in seinem klobigen Anzug als erster Mensch seinen Fuß auf den staubigen Boden des Mondes. 400.000 Kilometer entfernt schauen 500 Millionen Menschen fasziniert und beinahe ungläubig im Fernsehen zu. Es ist der 21. Juli 1969 und die Mondlandung durch die Apollo-11-Mission wird zu einem der bedeutendsten historischen Ereignisse. Und es ist der Moment, der den Astronauten Armstrong zu einem der berühmtesten Menschen Amerikas machte. "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit", sagte Armstrong damals. Ein Satz, der ebenso bekannt wurde wie er.

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Starb im Alter von 82 Jahre: Neil Armstrong

(Foto: Getty Images)

Entsprechend groß sind nun die Worte, mit denen er nach seinem Tod beschrieben wird: "Neil war einer der größten amerikanischen Helden - nicht nur dieser, sondern aller Zeiten", sagte US-Präsident Barack Obama. "Solange es Geschichtsbücher gibt, wird Neil Armstrong darin enthalten sein", sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Nasa, Charles Bolden.

Frankreichs Premier Jean-Marc Ayrault würdigte ihn als jemanden, der "durch dieses wunderbare Abenteuer" als Symbol dafür in Erinnerung bleiben wird, wie "Fortschritt von Wissenschaft und Technik identisch sein können mit dem Fortschritt der Menschheit". Die Bundesregierung sieht ihn in der Entdeckergeschichte der Menschheit auf einer Stufe mit Christoph Kolumbus.

Es sind Worte, die Neil Armstrong möglicherweise als übertrieben abtun würde. Er gab selten Interviews und war keiner, der seine Berühmtheit zu Geld machen wollte. In einem Gespräch mit dem US-Fernsehsender CBS sagte Armstrong 2005, er habe seinen Weltruhm so nicht verdient: "Ich war nicht auserkoren, der Erste zu sein. Ich war nur ausgewählt, diesen Flug zu befehligen. Die Umstände haben mich in diese besondere Rolle gebracht." Eigentlich nämlich sollte sein Kollege Edwin "Buzz" Aldrin den ersten Schritt auf den Mond setzen. Dieser aber wollte die Öffentlichkeit wegen eines Todesfalls in der Familie meiden.

Mit 16 Jahren hatte Armstrong bereits den Flugschein

Armstrong wurde am 5. August 1930 in Ohio auf der Farm seiner Großeltern geboren. Schon früh begann Armstrong, sich für das Fliegen zu begeistern. Mit 14 Jahren verdiente er sich Geld für Flugunterricht. An seinem 16. Geburtstag erhielt er bereits die ersehnte Fluglizenz. Er begann ein Studium, um Flugzeugingenieur zu werden, kam zum Militärdienst, wurde zum Marineflieger ausgebildet und in den Koreakrieg geschickt. Dort flog er 78 Kampfeinsätze und wurde einmal abgeschossen, konnte sich jedoch mit dem Fallschirm retten. Hoch dekoriert kehrte er 1952 an die Universität zurück, beendete das Studium und wurde Forschungspilot. 1962 wurde Armstrong dann unter 300 Bewerbern für das Astronautenprogramm der USA ausgewählt.

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