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Verhaltensbiologie:Wieso gerade Obsession?

Wieso ausgerechnet "Obsession für Men" ein so ausgezeichneter Lockstoff ist, wissen die Forscher nicht. Schließlich halten die Parfüm-Hersteller die Zusammensetzung ihrer Produkte geheim.

Raubkatzen mögen Parfüm

Die Raubkatzen halten sich lange genug vor den Kameras auf, um am Fellmuster identifiziert zu werden. So können die Forscher genauer bestimmen, wie groß die Populationen im Wildparks und Schutzgebieten sind.

(Foto: Wildlife Conservation Society Guatemala)

Duftdesignerin Ann Gottlieb, die das Parfüm mitentwickelt hat, erklärte laut PhysOrg.com, der Duft enthalte eine ganze Reihe von Bestandteilen, die für Tiere interessant sein könnten - insbesondere einen künstlichen Moschusgeruch.

Könnte das Parfüm nun auch von Wilderern eingesetzt werden, um ihre Beute vor die Flinte zu locken? Diese Sorge ließ Roan McNab zuerst zögern, die Beobachtung der Umweltschützer zu veröffentlichen. Der Duftstoff ist allerdings teuer und Parfümerien finden sich selten in der Nähe der Regenwälder. Wilderer werden in Zukunft weiterhin Tierkadaver als Lockmittel einsetzen, vermuten die Experten. Das aber ist den WCS-Mitarbeitern aus ethischen Gründen untersagt.

Für die Umweltschutzorganisation ist die Aufmerksamkeit, die Berichte über ihre Versuche erregen, sicher von Vorteil. Ob sich die Sache auch für Calvin Klein lohnt, ist dagegen fraglich. Besucher von Naturreservaten mit Großkatzen sollten vielleicht auf das Parfüm verzichten. Schließlich wollen sie die Raubtiere nur beobachten - und nicht selbst zum Gegenstand eines besonderen Interesses der gefährlichen Tiere werden.

© sueddeutsche.de/mcs/segi
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