Die Wahrnehmung von Tieren ist in den Kulturen der Welt erstaunlich unterschiedlich. So sagt Samuna, die Äthiopierin, über ihre Eselstute, sie sei wie ihre rechte Hand. "Mein Esel lässt mich nie im Stich. Sie ist überall, wo ich bin - sie tut alles für mich." Eine andere Äthiopierin holt mit ihrem Bruder jeden Tag nach der Schule den Esel der Familie ab, um Wasser zu beschaffen. "Wir werden ihn immer behalten", sagt die zehnjährige Margartu. "Selbst wenn er eines Tages zu alt ist, um beladen zu werden, kümmere ich mich um ihn." Es ist tiefe Zuneigung und Dankbarkeit für ihre Esel, die Afrikanerinnen und Afrikaner in den Interviews für eine Studie der Universität Bristol zum Ausdruck gebracht haben. Ihr Bild des Lastentiers steht damit auch heute noch in auffälligem Gegensatz zur Wahrnehmung des Esels in westlichen Gesellschaften.
Der EselStörrisch, dumm, missverstanden?
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In Deutschland werden Esel häufig verunglimpft, für die Traditionelle Chinesische Medizin müssen sie zu Millionen sterben. Von einem Lasttier, das eigentlich viel mehr kann.
Von Kathrin Zinkant
