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Tierische Eifersucht:Das ist mein Mensch!

Altenheim für Tiere

Auch Hunde verspüren Eifersucht

(Foto: dpa)

Eine Studie in Kalifornien hat jetzt erstmals die Eifersucht bei Hunden wissenschaftlich nachgewiesen. Die Erkenntnisse können auch für die menschliche Psyche erhellend sei.

In der abgedroschenen Formulierung, wonach der Hund der beste Freund des Menschen sei, steckt natürlich ein großer Anspruch an Exklusivität. Besonders der Mensch in dieser Paarbeziehung nimmt das mit der besten Freundschaft aber oft nicht so ernst.

Hundebesitzer sollten darüber noch einmal nachdenken, ganz besonders wenn sie von der Studie gehört haben, die nun von der Psychologin Christine Harris und deren Kollegin Caroline Prouvost im Fachmagazin Plos One (Bd. 9, S. e94597, 2014) veröffentlicht wurde. Hunde leiden dieser Arbeit zufolge nämlich an Eifersucht - und zwar dann, wenn sich ihr bester Freund auf zwei Beinen freundlich einem anderen Hund zuwendet.

Die beiden Wissenschaftlerinnen untersuchten für ihre Studie die Reaktionen von 36 Hunden. Dazu filmten sie die Reaktionen der Tiere, wenn die jeweiligen Besitzer ihre Aufmerksamkeit von ihnen abwendeten. Die Hundehalter beschäftigten sich entweder mit einem Eimer - ja, einem Eimer -, der einem ausgehöhlten Halloween-Kürbis glich, oder sie richteten ihre Aufmerksamkeit auf eine Hundeattrappe, die immerhin bellen, winseln und mit dem Schwanz wedeln konnte.

Rassehunde-Ausstellung 'Cacib 2014' in Nürnberg

Zwar sehen Swan, Toya und Prymus (v.l.) nicht so aus, aber auch diese Hunde können sehr eifersüchtig werden.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Ob Eimer oder Hundeattrappe, in beiden Fällen sollten die menschlichen Studienteilnehmer so tun, als würden sie heftige Zuneigung empfinden. In einer dritten Situation mussten die Probanden schließlich laut aus einem Buch vorlesen, das auch zusätzlich Geräusche von sich gab. Die Reaktion der Hunde fiel recht deutlich aus. Widmete sich ihre Herrchen oder Frauchen der Hundeattrappe, zeigten 78 Prozent von ihnen Reaktionen, die als Formen von Eifersucht interpretiert werden können: Sie schnappten, bellten und bedrängten ihre Besitzer. Beschäftigten sich die Menschen mit Eimer oder Buch, zeigten die Hunde deutlich seltener diese Art von Verhalten. Die Tiere versuchten offenbar, die Nähe zwischen Menschen und der als Rivalen empfundenen Hundeattrappe zu stören.