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Artenschwund:Letztes Sumatra-Nashorn in Malaysia gestorben

Letztes Sumatra-Nashorn aus Malaysia gestorben

Iman, das letzte Sumatra-Nashorn Malaysias ist tot.

(Foto: dpa)
  • Die letzten 80 verbleibenden Sumatra-Nashörner leben verstreut in Indonesien.
  • Sie sollen nun in Schutzzentren gebracht werden, um sich dort fortpflanzen zu können.
  • Doch selbst wenn die Umsiedlung gelingt, ist das Überleben der Nashornart nicht gesichert.

Iman, das letzte Sumatra-Nashorn Malaysias ist am Samstag im Alter von 25 Jahren gestorben. Das Tier erlag vermutlich Krebsgeschwüren in der Gebärmutter - ein Schicksal, das viele Nashornweibchen trifft, wenn sie sich aufgrund von Partnermangel jahrelang nicht fortpflanzen können. Erst im Mai war Malaysias letztes männliches Sumatra-Nashorn gestorben. Es hieß Tam und wurde 35 Jahre alt.

Nun bleiben noch etwa 80 Tiere im indonesischen Regenwald, die sich auf neun Populationen verteilen. Lediglich eine von ihnen umfasst mehr als 15 Nashörner und ist somit groß genug, um ihren Bestand auf natürliche Weise zu erhalten. "Bei allen anderen Herden ist das Aussterben ohne menschliche Hilfe programmiert", sagt Arnulf Köhncke vom WWF Deutschland. "Die Lage ist dramatisch." Keine andere Nashornart stehe so kurz vor dem Aussterben wie die Tiere der Gattung Dicerorhinus sumatrensis. Nun geht es darum, die verbleibenden noch fortpflanzungsfähigen Tiere einzufangen und in Schutzzentren umzusiedeln.

Doch das ist alles andere als einfach: Zuerst muss man ihren ungefähren Aufenthaltsort im dichten Regenwaldgestrüpp mithilfe von Fußabdrücken, Fäkalspuren oder Kamerabildern aufspüren; dann werden Grubenfallen gebaut, in die die bis zu 800 Kilogramm schweren Tiere hoffentlich irgendwann steigen, sodass sie per Hubschrauber oder Lastwagen zu einer Zuchtstation transportiert werden können. "Das ist extrem aufwendig und teuer", sagt Artenschutzexperte Köhncke. "Pro Nashorn kommt da schon mal ein sechsstelliger Betrag zusammen."

Bislang gibt es in Indonesien nur ein Schutzzentrum für Sumatra-Nashörner, in dem weibliche Tiere künstlich befruchtet werden: Die Sumatran Rhino Sanctuary auf Süd-Sumatra. Außerdem wird im indonesischen Teil Borneos gerade eine zweite Station gebaut - und es sollen noch mehr werden, sagt Köhncke.

Doch selbst wenn das gelingt, ist das Überleben der Nashornart nicht gesichert. Die Fortpflanzungsrate der Tiere ist nämlich extrem niedrig; sie bekommen nur alle zwei bis drei Jahre ein einziges Baby. Hinzu kommt, dass viele der Tiere aufgrund ihrer jahrelangen Isolation unfruchtbar geworden sind. Denn in den letzten Jahrzehnten zersplitterte der Lebensraum der Nashörner immer mehr; große Teile des Regenwalds verschwanden für Palmölplantagen, die Papierproduktion oder den Bergbau. Auch Wilderer dezimierten den Nashornbestand in der Vergangenheit stark. Pulverisiertes Horn gilt in vielen asiatischen Ländern nämlich als Heilmittel.

Sumatra-Nashörner sind die kleinste und urtümlichste der fünf heute noch lebenden Nashornarten. Ihre nächsten Verwandten sind die eiszeitlichen Wollnashörner. Sie starben vor rund 12 000 Jahren aus, vermutlich auch, weil der Mensch so viele von ihnen jagte.

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