Studie zum Klimawandel:Extremes Wetter könnte zahlreiche Tote in Europa fordern

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Hochwasser in Simbach am Inn im Jahr 2016: Extremes Wetter in Europa könnte bis zum Ende des Jahrhunderts zu zahlreichen Todesopfern führen.

(Foto: Sebastian Widmann)

Im Jahr 2100 könnten 152 000 Menschen an den Folgen von Hitzewellen, Überschwemmungen und Unwettern sterben. Davor warnt eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Studie.

Extremes Wetter in Europa könnte bis zum Ende des Jahrhunderts zu zahlreichen Todesopfern führen. Im Jahr 2100 könnten 152 000 Menschen an den Folgen von Hitzewellen, Überschwemmungen und Unwettern sterben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die EU-Kommission in Auftrag gegeben hatte.

Die Forscher stützen ihre Prognosen unter anderem auf Entwicklungen zwischen 1981 bis 2010. In dem Referenzzeitraum waren demnach pro Jahr 25 Millionen Europäer Extremwetter-Ereignissen wie Hitzewellen, Kälteeinbrüchen, Waldbränden oder Überschwemmungen ausgesetzt - ungefähr fünf Prozent der Bevölkerung. Jedes Jahr sterben geschätzt 3000 Menschen an den Folgen von Wetterextremen, schreiben die Forscher.

Hitzewellen nehmen deutlich zu

Wenn im Kampf gegen die globale Erwärmung nicht dringend Maßnahmen ergriffen würden, könnten bis Ende des Jahrhunderts jährlich "rund 350 Millionen Europäer schädlichen Klimaextremen" ausgesetzt seien, heißt es in der Studie. Dies seien zwei Drittel der für das Jahr 2100 prognostizierten Gesamtbevölkerung des Kontinents. Den Prognosen zufolge könne sich die Zahl der Todesopfer bis 2100 verfünfzigfachen.

Besonders zu leiden hätten die Europäer unter außergewöhnlich heißen Temperaturen. 99 Prozent der Extremwetter-Todesfälle könnten auf Hitzewellen zurückzuführen sein. Verantwortlich für den massiven Anstieg der Todesfälle sei zu 90 Prozent der Klimawandel, schreiben die Forscher. Zudem spielen auch das Bevölkerungswachstum und der Zuzug von Menschen in küstennahe und deshalb risikoreiche Ballungsgebiete eine Rolle.

Für ihre Prognose stützen sich die Wissenschaftler auf die pessimistische Annahme einer Temperaturerhöhung von drei Grad Celsius bis 2100. Gemäß den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens von 2015 soll die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter beschränkt werden.

Kritik an der Methodik

Wissenschaftler der Universität Seoul warnten indes, die Ergebnisse der Studie könnten "überbewertet" werden. Die Prognose ließe die Anpassungsfähigkeit des Menschen außer Acht, gaben die Forscher Jae Young Lee und Ho Kim in einem veröffentlichten Kommentar zu der Studie zu bedenken. Menschen seien dafür bekannt, "sich anzupassen und weniger verwundbar gegenüber Extrembedingungen" zu werden. Denkbar seien etwa Fortschritte in der Medizintechnik, der Klimatisierung und der Wärmeisolierung von Häusern.

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