Steinzeit Älteste Faustkeile der Welt entdeckt

Homo erectus hat bereits vor 1,76 Millionen Jahren Faustkeile hergestellt. Das ist deutlich früher als bislang angenommen. Allerdings waren die Frühmenschen nicht überall gleichermaßen fortschrittlich.

Von Christoph Behrens

Mindestens 300.000 Jahre früher als gedacht haben menschliche Vorfahren den Faustkeil erfunden. In Kenia entdeckten Forscher um Christopher Lepre von der Columbia University Reste von 1,76 Millionen Jahre alten, bearbeiteten Faustkeilen, mit denen der Frühmensch Homo erectus auf die Jagd ging und Tiere ausnahm (Nature, online).

Die ältesten Faustkeile der Welt haben Archäologen im Turkana-Becken in Kenia entdeckt. Sie gehören zur sogenannten Acheuléen-Kultur der Altsteinzeit und wurden vermutlich vor 1,76 Millionen Jahren von Homo erectus hergestellt. Frühere, primitivere Steingeräte der Oldowan-Kultur bestanden lediglich aus Steinen, die durch Abschlagen eine scharfe Kante erhalten hatten. Echte Faustkeile wurden dagegen von zwei Seiten beschlagen, um eine Schneide herzustellen.

(Foto: dpa/P.-J. Texier/MPK/WTAP)

Auch in Georgien lebte Homo erectus zu dieser Zeit, jedoch kannte er die Technik dort wohl noch nicht.

"Diese Werkzeuge stellen einen Technologie-Sprung dar", sagt Mitautor Dennis Kent. Warum die Hominiden sie nicht mit nach Asien nahmen, sei noch unklar.

Die genau gearbeiteten Werkzeuge belegen den Autoren zufolge, dass Homo erectus handwerklich sehr geschickt war und vorausplanen konnte.

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