Raumfahrt Ein Bohrer für den Mars

  • Am Montagabend soll die Mars-Sonde Insight auf dem Mars aufsetzen.
  • Sie soll etwa fünf Meter tief in das Gestein des Planeten bohren.
  • Das Raumschiff der Mission hat die US-Behörde Nasa gebaut, doch wesentliche Instrumente stammen aus Europa.
Von Walter Jäggi und Patrick Illinger

Es soll das tiefste Loch werden, das je in einen anderen Himmelskörper gebohrt wurde. Fünf Meter tief soll die neue Mars-Sonde Insight in das Gestein des Roten Planeten hineinhämmern - sofern die für diesen Montagabend, 21 Uhr deutscher Zeit, geplante Landung klappt.

Gebaut hat das neueste Raumschiff zur Mars-Erkundung die US-Weltraumbehörde Nasa, doch sind viele Komponenten und Messgeräte anderer Nationen an Bord. Tatsächlich stammt die Mehrzahl der wissenschaftlichen Instrumente aus Europa. So hat das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR hochsensible Sensoren entwickelt, die in besagtem Bohrloch die Temperatur und Wärmeleitfähigkeit des Mars-Gesteins erkunden sollen.

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Zu den weiteren Vorhaben gehört die Aufzeichnung von Mars-Beben sowie die genaue Messung der Rotation unseres Nachbarplaneten. Damit wollen Forscher mehr erfahren über das Innere des Mars, über dessen Schichten und Bestandteile vom Kern bis zur Oberfläche.

Ihre Energie soll die rund 700 Kilogramm schwere Sonde aus zwei Meter großen Solarpaneelen beziehen. Als Landezone ist ein weiträumiges Gebiet in einer Ebene namens Elysium Planitia vorgesehen. Die jüngste Mars-Wettervorhersage ist günstig, Staubstürme werden keine erwartet.

Sechseinhalb Monate lang war Insight unterwegs zu ihrem Ziel und hat 485 Millionen Kilometer zurückgelegt. Wie viele Mars-Sonden zuvor muss auch diese Sonde ein kompliziertes Bremsmanöver absolvieren, um innerhalb kurzer Zeit von 21 000 km/h auf nur acht km/h abzubremsen und sanft auf der Mars-Oberfläche aufzusetzen. Diese berüchtigte Landephase nennen Raumfahrer "die sieben Minuten des Terrors".

Insight wird von zwei Minisatelliten flankiert, den Marcos (für Mars Cube One). Die nur schuhschachtelkleinen, 13,5 Kilogramm schweren Nanosatelliten flogen separat von Insight zum Mars. Sie sind die ersten Satelliten dieser Miniaturkategorie, die so weit gereist sind und unterwegs Kursmanöver durchführen konnten. Ihre Aufgabe wird es sein, als Relaisstation die Signale des Insight-Landegeräts weiterzuleiten.

Falls die Zusammenarbeit mit den Marcos funktioniert, könnten solche Minisatelliten künftig im Weltraum vermehrt als Verbindungsknoten verwendet werden. Sie sind billiger und schneller entwickelt als konventionelle Satelliten. Für den Erfolg der Insight-Mission sind sie allerdings nicht entscheidend, wie die Nasa vorsorglich betont. Als Relais stehen auch die um den Roten Planeten kreisenden Mars Reconnaissance Orbiter sowie Mars Odyssey und Bodenstationen auf der Erde bereit. Signale der Sonde können auch Radioteleskope in den USA sowie das 100 Meter große Radioteleskop Effelsberg in Deutschland auffangen.

Bevor die eigentliche Forschungsarbeit beginnen kann, wird Insight mit einem eigenen Roboterarm die Messgeräte installieren. Das wird einige Wochen dauern.

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