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Biologie:Oma, hilf

Caring killer whale grandmas help calves survive

Ein Orca-Weibchen auf der Jagd vor der Küste von Norwegen.

(Foto: Olivier Morin / AFP)
  • Eine engagierte Großmutter steigert die Überlebenschancen von Orca-Jungen beträchtlich.
  • Das gilt besonders in Jahren mit knappem Nahrungsmittelangebot.
  • Die Erkenntnisse sind eine weitere Bestätigung der "Großmutter-Hypothese".

Für Heranwachsende ist jede Unterstützung willkommen, die das Leben leichter macht. Nicht immer können die Eltern helfen, denn erstens wissen sie auch nicht alles und sind zweitens oft zu beschäftigt damit, den Familienalltag am Laufen zu halten. Wie gut, wenn dann eine Großmutter in der Nähe ist. Deren Anwesenheit kann derart wirkungsvoll sein, dass sie die Überlebenswahrscheinlichkeit der Enkel deutlich steigert. Hinweise auf diese sogenannte Großmutter-Hypothese haben Forscher bereits bei mehreren Säugetier-Arten gefunden, etwa bei Elefanten, verschiedenen Walen und auch bei Menschen in präindustriellen Gesellschaften.

Im Falle von Schwertwalen zeigen Biologen um Stuart Nattrass von der Universität York nun zudem: Eine besonders entscheidende Rolle spielen die Orca-Omas, wenn die Nahrung knapp ist (PNAS). Offenbar sind die jüngeren Schwertwale vor allem in solchen harten Zeiten auf das Wissen um ergiebige Lachsvorkommen und die Führungsqualitäten der Alten angewiesen.

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Die Biologen hatten die Sterblichkeitsdaten zweier Schwertwal-Gruppen vor der Küste des US-Staates Washington und vor British Columbia aus 40 Jahren mit den Lachsvorkommen abgeglichen. Die Forscher kannten die Lebensgeschichten der knapp 380 untersuchten Orca-Jungen sowie ihrer jeweiligen Großmütter. Aus diesen Daten ließ sich ableiten: Die Sterbewahrscheinlichkeit eines Enkels erhöhte sich in den zwei Jahren nach dem Tod der Großmutter deutlich. Besonders auffällig war der Zusammenhang, wenn es gleichzeitig wenig Lachs gab, von dem sich die untersuchten Tiere hauptsächlich ernährten.

Eine Menopause mitten im Leben ist selten unter Säugetier-Arten

Obwohl Großmütter bei mehreren Arten mit dem Rest der Familie zusammenleben, ist die Situation bei Schwertwalen doch besonders. Sie gehören zu der äußerst kleinen Gruppe unter den Säugetieren, bei denen die Großmütter keinen Nachwuchs mehr austragen. Nach heutigem Stand des Wissens leben die weiblichen Exemplare nur bei Orcas, drei weiteren Wal-Arten (Belugas, Narwale und Kurzflossen-Grindwale) sowie beim Menschen oft noch Jahrzehnte jenseits ihrer fruchtbaren Jahre. Demgegenüber steigern zwar alte Elefantenkühe ebenfalls die Überlebenschancen ihrer Enkel. Doch oft ziehen sie dabei selbst noch ein Jungtier groß. Ähnlich verhält es sich bei Finnwalen.

Für eine Orca-Gruppe wäre dieses Modell dagegen weniger vorteilhaft, schreiben die Autoren um Nattrass in der aktuellen Studie. Vermutlich hätte die Schwertwal-Großmutter mit einem eigenen Jungen weniger Zeit und Energie für den Rest der Gruppe übrig, sodass sich dieses Familienmodell aus evolutionärer Sicht für Orcas nicht "lohnen" würde.

Im Rest des Tierreiches allerdings sind die Fertilitätsverläufe über die Lebensspanne hinweg variabler als bei den Säugetieren, wie der inzwischen emeritierte James Vaupel vom Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung vor fünf Jahren im Fachjournal Nature beschrieb. So identifizierte er unter den Vögeln eine weitere Art, bei der die Weibchen auch nach ihren fruchtbaren Jahren noch lange Zeit leben: einen auf Bali heimischen Vertreter der Stare.

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