Nationalpark in Tansania:Keine Brücke reicht für 1,5 Millionen Gnus und Zebras

Lesezeit: 2 min

"Keine Wildbrücke über die Trasse könnte breit genug für die Wanderung von 1,5 Millionen Gnus und Zebras sein", schrieben 27 anerkannte Tierschutz-Experten um Andrew Dobson von der Princeton University im September im Fachblatt Nature.

Wildebeests walk in the plains after crossing the Mara river during a migration in Masaai Mara game reserve Kenya

Eine Schotterstraße, die zu einer Fernstraße umgebaut werden sollte, wird nun "weiterhin vornehmlich für touristische und administrative Zwecke genutzt werden", hat das Ministerium für Naturschätze und Tourismus in Tansania erklärt. Die Straße kreuzt den Weg der Gnus zwischen dem Serengeti-Nationalpark und der Maasai-Mara-Region.

(Foto: Reuters)

Die Wanderungen der Tiere aber haben große Bedeutung für das Ökosystem in der Serengeti: Ihr Kot düngt die Landschaft, und das Trampeln ihrer Hufe verhindert, dass Busch über das Grasland wächst und dessen einzigartigen Charakter verändert.

Die Zahl der Gnus werde infolge des Straßenausbaus von 1,3 Millionen auf 300.000 fallen, ergab eine Simulation. Damit wären auch die Löwen und Geparden bedroht, deretwegen besonders viele Touristen in die Serengeti fahren.

Welches Argument die tansanische Regierung auch immer überzeugt hat: Sie denkt nun darüber nach, eine Fernstraße um den Südrand des Parks herumzuführen.

Diese Route ist 155 statt 120 Kilometer lang und hat nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Einheimischen Vorteile: Mehr Menschen können so Zugang zu einer besseren Infrastruktur erhalten als mit der quer durch die Serengeti führenden Trasse.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema