bedeckt München
vgwortpixel

Nationalpark in Tansania:Die Serengeti darf leben

Mit Hilfe einer Fernstraße geradewegs durch die Serengeti wollte die Regierung von Tansania das Land besser erschließen. Massive Kritik von Naturschützern hat nun dazu geführt, dass sie die Straße um den berühmten Nationalpark herum bauen wird.

Wirtschaftlich hätte die Sache wahrscheinlich Sinn ergeben. Eine zweispurige Schnellstraße sollte den fischreichen Victoriasee mit der Küste Tansanias verbinden, so plante es die Regierung in Daressalam.

Straße durch die Serengeti

Die Regierung von Tansania hatte geplant, einen Highway von Ost nach West zu bauen, um ihr unterentwickeltes Land besser zu erschließen. Die Route sollte Musoma am Victoria-See mit Arusha östlich des Serengeti-Nationalparks und dem Verkehrsnetz bis zum Indischen Ozean verbinden.

(Foto: SZ-Grafik)

Doch Naturschützer protestierten gegen den Ausbau einer Schotterpiste zur Fernstraße. Denn diese würde quer durch den Serengeti-Nationalpark verlaufen; sie würde das spektakuläre Savannengebiet Ostafrikas mit seiner reichen Tierwelt einfach entzweischneiden.

Der Plan erinnerte an die Eingriffe von 1959, die Bernhard und Michael Grzimek zu ihrem Oscar-prämierten Film "Serengeti darf nicht sterben" veranlasst hatten.

Der Protest scheint sich gelohnt zu haben: Die Straße solle eine Schotterstraße bleiben, hat Tansanias Regierung nun gemeldet. In einem Brief an das Unesco-Komitee für das Erbe der Welt schrieb das Ministerium für Naturschätze und Tourismus, dass die Strecke "weiterhin vornehmlich für touristische und administrative Zwecke genutzt werden sollte, wie es bereits der Fall ist".

Das Unesco-Komitee hatte im vergangenen Jahr seine "größte Besorgnis" über den "möglicherweise nicht wiedergutzumachenden Schaden" durch die Fernstraße ausgedrückt.

Studien hatten gezeigt, dass der Ausbau der Straße die beeindruckenden Wanderungen der riesigen Zebra- und Gnuherden empfindlich stören würde - vor allem dann, wenn auch noch Zäune errichtet würden, um für Mensch wie Tier lebensgefährliche Zusammenstöße zu vermeiden.

Zur SZ-Startseite