Labor Labormäusen ist es viel zu kalt

In einem Labor wird eine Maus für einen Versuch vorbereitet.

(Foto: dpa)

Die Tiere fühlen sich unwohl. Forscher fürchten, dass dadurch Versuchsergebnisse verfälscht werden.

Von Christian Endt

In vielen medizinischen Labors ist es zu kalt, sodass die dort lebenden Mäuse frieren müssen. Das könnte die Ergebnisse von Studien verfälschen, warnen Ärzte nun in einem Meinungsbeitrag in der Fachzeitschrift Trends in Cancer. Bonnie Hylander und Elizabeth Repasky vom Roswell Park Cancer Institute im US-Bundesstaat New York verweisen darin auf eine ganze Menge von Untersuchungen, die das Leiden der Mäuse bei Kälte belegen. Richtig wohl fühlen sich die Nagetiere erst bei 30 bis 32 Grad Celsius.

In den meisten Laboren herrsche aber eine Raumtemperatur von 20 bis 26 Grad. Für die menschlichen Laboranten sei das angenehm, zumal die häufig auch noch Kittel, Handschuhe und Masken tragen müssen. Außerdem würden die Mäuse bei niedrigeren Temperaturen nicht ganz so stinken. Den Tieren ist das aber viel zu kalt. Um ihren Körper warm zu halten, müssen sie mehr fressen und haben einen erhöhten Puls. Sogar auf die Größe von Organen und die Länge des Schwanzes wirkt sich die Kälte aus, zeigen Studien.

Den Mäusen zuliebe alle Labore auf 30 Grad aufzuheizen?

Die Hauptbedenken der Autoren des Artikels gelten allerdings nicht dem Tierwohl, sondern der korrekten Forschung, zum Beispiel zu Krebserkrankungen. Mit Tumoren kämen Mäuse besser zurecht, wenn ihnen warm genug sei. Andersherum würden krebskranke Mäuse besonders unter der Kälte leiden.

Den Mäusen zuliebe alle Labore auf 30 Grad aufzuheizen, sei den dort arbeitenden Menschen kaum zuzumuten, finden Hylander und Repasky. Man könne den Mäusen aber zusätzliche Einstreu bereitstellen, um sich darin einzukuscheln. "Wir plädieren dafür, das Problem anzuerkennen und die Temperatur, bei der Experimente gemacht werden, routinemäßig anzugeben", schreiben die Ärzte. Dann könne man berücksichtigen, dass frierende Mäuse die Ergebnisse möglicherweise beeinflussen. Nur so seien die Resultate vergleichbar.

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