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H1N1:Start für größte Impfaktion der deutschen Geschichte

Unter Vorbehalten der Bevölkerung beginnt in Deutschland die Impfung gegen die Schweinegrippe. Die USA riefen wegen der Erkrankung den Notstand aus.

Gut ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der weltweiten Schweinegrippe-Epidemie läuft heute die größte Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik an. Die Spritze mit dem Impfstoff Pandemrix sollen zuerst wichtige Berufsgruppen wie Ärzte, Schwestern, Rettungskräfte und Polizisten erhalten.

Auch chronisch Kranke können von Beginn an die Impfung bekommen. Die Verantwortung für die Aktion tragen die Länder. Deswegen beginnen die Impfungen teilweise erst in den kommenden Tagen. In manchen Ländern können sich auch Menschen impfen lassen, die nicht zu den wichtigen Berufsgruppen oder Risikopatienten zählen. Dazu gehören Bayern und Hessen.

Nach verschiedenen Umfragen ist die Impfbereitschaft der Deutschen gering. Derzeit möchten sich nur 13 bis 20 Prozent der Bundesbürger impfen lassen.

Die Impfung sorgte schon vor Beginn für großen Wirbel. Hintergrund sind Wirkstoffverstärker, die die Spritze weniger verträglich machen könnten als normale Influenza-Impfungen. Außerdem wurde bekannt, dass die Bundesregierung für Spitzenpolitiker, hohe Bundesbeamte und Soldaten einen Impfstoff bestellt hat, der anders als Pandemrix keine Verstärker enthält.

Insgesamt haben die Bundesländer 50 Millionen Impfdosen beim Hersteller GlaxoSmithKline geordert. Diese werden Schritt für Schritt bis ins neue Jahr hinein ausgeliefert. Noch ist unklar, ob eine Spritze als Schutz ausreicht oder eine zweite Impfung notwendig ist. Eine endgültige Entscheidung will die europäische Gesundheitsbehörde EMEA Mitte November anhand neuer wissenschaftlicher Studien fällen. Der Wirkstoff war in die Kritik geraten, weil er einen bisher wenig erprobten Impfverstärker enthält.

Obama ruft Notstand aus

In den USA hatte Präsident Barack Obama am Wochenende den nationalen Notstand ausgerufen. Dort sind bislang mehr als 1000 Menschen an dem H1N1-Virus gestorben.

In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bislang drei Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippe gezählt worden. In der Regel verläuft die Erkrankung hierzulande bislang mild.

© dpa/Reuters/AP/beu

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