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Geschichte - Hooghalen:Deutsche Politikerin erinnert an niederländische NS-Opfer

Deutschland
Auf dem Gelände der Gedenkstätte Kamp Westerbork stehen Steine, die an die Opfer der Nazi-Herrschaft erinnern sollen. Foto: Sake Elzinga/Herinneringscentrum Kamp Westerbork/dpa/Archiv (Foto: dpa)

Hooghalen (dpa) - Niederländisches Gedenken an die Opfer des Holocausts mit deutscher Beteiligung: Mit der Bürgermeisterin von Emlichheim, Daniela Kösters (parteilos), nimmt erstmals eine deutsche Politikerin an der Auschwitz-Gedenkveranstaltung der zentralen niederländischen NS-Erinnerungsstätte Kamp Westerbork teil. Dort werden bis Montagnachmittag 102 000 Namen von Juden, Sinti und Roma vorgelesen, die aus den Niederlanden während des Zweiten Weltkriegs deportiert wurden.

Emlichheim in der Grafschaft Bentheim liegt an der niederländischen Grenze. Neben Kösters nimmt als weitere deutsche Vorleserin Ilona Heijen vom deutsch-niederländischen Kommunalverband Ems-Dollart-Region an der Gedenkveranstaltung teil.

Rund 100 000 Juden, Sinti und Roma aus den Niederlanden wurden von Kamp Westerbork aus während der Nazi-Besatzung deportiert. Zum Gedenktag an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz werden in Westerbork bis Montagnachmittag über mehrere Tage 102 000 Namen vorgelesen - insgesamt 118 Stunden lang. Kamp Westerbork ist ein wichtiges NS-Dokumentationszentrum, das auch mit deutschen Gedenkeinrichtungen zusammen arbeitet.

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