Evolution Wo kommen die Rotwildhöhlen-Menschen her?

Im Fachmagazin PloS ONE bieten die Forscher zwei Erklärungen zum Ursprung dieser Menschen an: Sie könnten eine Population archaischer Homo sapiens darstellen, die von Afrika aus eingewandert waren und in Südchina ungewöhnlich lange überlebten. Oder Ostasien wurde von Afrika aus in mehreren Wellen besiedelt und die jetzt beschriebene Gruppe gehörte zu den frühen Migranten. Das aber würde bedeuten, dass die menschliche Population in Afrika bereits vor den Migrationswellen nach Asien und Europa aus sehr unterschiedlichen Gruppen zusammengesetzt gewesen war.

Der Schädel eines Rotwildhöhlen-Menschen weist deutliche Unterschiede zu dem eines modernen Menschen auf - aber auch viele Übereinstimmungen.

(Foto: Lon/University of New South Wales)

Christ Stringer vom britischen Natural History Museum in London erklärte dem Fachmagazin New Scientist, es könnte auch eine Beziehung zu den Denisova-Menschen in Sibirien geben. Diese hätten sich auch mit dem modernen Homo sapiens fortgepflanzt - die Menschen aus der Rotwildhöhle könnten sogar ein Ergebnis dieser Treffen darstellen.

Überraschend ist der Fund vor allem deshalb, weil er belegt, dass archaische Menschen sehr lange existierten - deutlich länger als die Neandertaler - und in Südchina offenbar Hirsche jagten, während der moderne Mensch in derselben Region vermutlich bereits mit der Landwirtschaft experimentierte.