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Die Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko:Der Delphin und andere Rätsel

Etwa 600 Delphine sind seit dem Untergang der "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko dort an die Küsten geschwemmt worden, die meisten tot. Der Nachweis, dass dies eine Folge der Katastrophe ist, fällt jedoch schwer. Wie hoch ist der langfristige Schaden der Ölpest?

Sie haben ihn Chance genannt, den zweijährigen Delphin, der vor drei Monaten mehr tot als lebendig an die Küste von Alabama geworfen wurde. Er war ausgetrocknet, untergewichtig, von Parasiten und Bakterien befallen, aber er hat es überlebt.

Neues Delfinarium in Griechenland - Großer Tümmler

Chance gehört, wie das Tier auf diesem Bild, zu den Tümmlern.

(Foto: dpa)

Nun päppeln die Wissenschaftler am Institut für Meeressäuger (Institute for Marine Mammal Studies) in Gulfport, nebenan in Mississippi, den Delphin auf und untersuchen, ob es die Ölpest nach dem Untergang der Deepwater Horizon war, die ihn in seine bedrohliche Lage gebracht hatte. Details erzählen sie nicht, die sollen erst im Verfahren gegen BP zur Sprache kommen.

Mit Chance zu arbeiten, ist eine seltene Gelegenheit. Gut 600 Delphine sind in den vergangenen zwei Jahren an die Küsten der Gegend geschwemmt worden, die meisten tot, etwa fünfmal so viele wie sonst.

Ob das tatsächlich etwas mit dem Öl und Gas zu tun hat, die im Frühjahr 2010 in gewaltigen Mengen das Wasser verseuchten, das kann man vermuten, aber der Nachweis fällt den Wissenschaftlern schwer.

Wie hoch ist der langfristige Schaden der Katastrophe? Der Verwalter des Entschädigungsfonds, Kenneth Feinberg, hat schon vor einem Jahr gesagt, 2012 sollten sich der Golf und die Fischerei fast vollständig erholt haben.

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