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Bericht der UN:Es gibt so viele Drogenkonsumenten wie noch nie

Philadelphia To Open Safe Injection Sites In Effort To Combat City's Heroin Epidemic

Ein Abhängiger bereitet einen "Schuss" vor. Heroin ist nicht nur in dem Stadtteil Kensington in Philadelphia ein Problem.

(Foto: AFP)
  • Dem UN-Drogenbericht zufolge haben im Jahr 2016 etwa 275 Millionen Menschen mindestens einmal illegale Rauschmittel konsumiert.
  • Die weltweit am häufigsten konsumierte Droge bleibt Cannabis: 192 Millionen und damit 16 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr greifen zu dem Rauschmittel.
  • Insgesamt richten Opioide bei den Konsumenten den größten Schaden an. 76 Prozent aller Drogentoten hängen mit dem Konsum der eigentlich verschreibungspflichtigen Medikamente zusammen.

Noch nie haben so viele Menschen auf der Welt Drogen genommen wie heute. Das geht aus dem Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen (UN) hervor, der in Wien veröffentlicht wurde. Demnach haben im Jahr 2016 etwa 275 Millionen Menschen mindestens einmal illegale Rauschmittel konsumiert.

Das sind 25 Millionen mehr Konsumenten als im Jahr zuvor. Entsprechend der Nachfrage sei auch das Angebot größer geworden. "Es ist das Jahr der Rekorde", sagt die UN-Drogenexpertin Angela Me. So hat etwa die weltweite Kokainherstellung mit geschätzten 1410 Tonnen einen Höchstwert erreicht. Besonders in Asien und Afrika wachsen die Kokainmärkte. Auch in der Opiumherstellung verzeichnet der Weltdrogenbericht 2018 mit 10 500 Tonnen einen neuen Rekord. Das globale Zentrum des Opium-Anbaus bleibt Afghanistan.

Die Vereinten Nationen veröffentlichen jedes Jahr ihren Weltdrogenbericht, der Daten der nationalen Drogenstatistiken der meisten Mitgliedsstaaten zusammenfasst. Erfasst werden der Konsum und die Folgen illegaler Substanzen wie Heroin und Kokain, das - inzwischen teils legalisierte - Cannabis, sogenannte neue psychoaktive Substanzen sowie der Missbrauch von Medikamenten.

Die weltweit am häufigsten konsumierte Droge bleibt Cannabis: 192 Millionen und damit 16 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr greifen laut UN zu dem Rauschmittel. Der Cannabisanbau stieg weltweit sogar um 27 Prozent auf 4386 Tonnen. Besonders groß war der Anstieg in Nordamerika. Nach Angaben der Experten könne dies vor allem mit der Legalisierung der Droge in vielen US-Bundesstaaten zusammenhängen.

Die Experten machten zudem deutlich, dass der Drogenkonsum insbesondere in der Altersgruppe ab 40 steigt. Dafür könnte nicht zuletzt die Babyboomer-Generation verantwortlich sein. In deren Jugend sei der Drogenkonsum höher als bei nachfolgenden Generationen gewesen - vermutlich konsumieren sie auch weiterhin verschiedene Rauschmittel.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich 450 000 Menschen durch den Konsum von Drogen, 39 Prozent von ihnen sind über 50 Jahre alt. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der Drogentoten nicht an Überdosierungen, sondern an den indirekten Folgen, also Hepatitis C und HIV sterben. Etwa 10 Millionen Menschen spritzen sich Rauschmittel, viele von ihnen nehmen durch gebrauchte Spritzen große Gesundheitsrisiken auf sich.

Zwischen den Geschlechtern stellen die UN große Unterschiede im Umgang mit Drogen fest. Frauen bevorzugen Opioide und Beruhigungsmittel, Männer nehmen häufiger Cannabis und Kokain. Frauen machen aber nur ein Drittel der Drogenkonsumenten aus. Insgesamt richten Opioide wie etwa Heroin bei den Konsumenten den größten Schaden an.

© SZ.de/dpa/fehu
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