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Tarifstreit:Freitag wieder Streik an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn

Der Tarifkonflikt des privaten Sicherheitsgewerbes geht weiter: Nicht nur die Kontrolleure an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn sollen am Freitag ganztägig die Arbeit niederlegen. Auch die Sicherheitskräfte des nordrhein-westfälischen Landtags könnten streiken. Verdi erwartet bald einen Durchbruch bei den Verhandlungen.

Die Gewerkschaft Verdi weitet im Tarifkonflikt des privaten Sicherheitsgewerbes die Streiks aus. Nicht nur die Mitarbeiter der Fracht-, Personal- und Fluggastkontrolle an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn sollen am Freitag ganztägig die Arbeit niederlegen. Auch die Sicherheitskräfte des nordrhein-westfälischen Landtags sind zum Streik aufgerufen, erklärte die Gewerkschaft am Donnerstag.

In Düsseldorf sind für Freitag 586 Starts und Landungen geplant; etwa 53.200 Passagiere werden erwartet. Wieviele Flüge davon ausfallen, wurde bis zum Abend nicht bekannt. In Köln/Bonn stehen 211 Abflüge und Landungen an. Bis zum Abend wurden bereits 66 davon annulliert. An den vorangegangenen sechs Streiktagen wurden in Düsseldorf seit Dezember über 800 Flüge annulliert.

In den vergangenen Wochen hatten bereits mehrere Ausstände an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn für zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen gesorgt. Jedes Mal fielen Flüge aus, weil Sicherheitsschleusen für Passagiere, Gepäck und Fracht nicht besetzt werden konnten.

Nach mehreren erfolglosen Gesprächsrunden wollen Arbeitgeber und Gewerkschaft nach Angaben von Verdi am Montag wieder verhandeln. Mit den erneuten Streiks solle vor der entscheidenden vierten Tarifrunde am 18. März die Entschlossenheit der Arbeitnehmer bekräftigt werden. "Wir erwarten am Montag den Durchbruch in den Verhandlungen und wollen vor den Osterferien einen neuen Tarifvertrag unterschreiben", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker. Die Osterferien im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland beginnen am 25. März. Die Arbeitgeber hätten seit Dezember kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt.

Die Passagiere an den Flughäfen werden von sogenannten Luftsicherheitsassistenten kontrolliert - sie sind Angestellte von Firmen, die die Aufgabe im Auftrag der Bundespolizei übernehmen. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe und erhalten in der Stunde 8,23 Euro. Verdi fordert zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro mehr pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung "völlig überzogen".

In Hamburg hatten sich Verdi und die Arbeitgeber jüngst nach ähnlichen mehrfachen Streiks auf eine Tariferhöhung für rund 600 Mitarbeiter der Sicherheitskontrollen am dortigen Flughafen geeinigt.

© Süddeutsche.de/dpa/Reuters/AFP/vks/webe

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