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Streik des Sicherheitspersonals:50 Flüge in Köln-Bonn fallen aus

Sie sorgen für die Sicherheit von Flugpassagieren, bekommend dafür laut Gewerkschaften Niedriglöhne: Das Sicherheitspersonal am Flughafen Köln-Bonn streikt - es ist der siebte Ausstand in NRW. Nicht alle Flüge sind gestrichen, weil die Polizei aushilft.

In Köln-Bonn bleiben viele Flugzeuge am Boden. Fluggastkontrolleure sind an dem Flughafen in Nordrhein-Westfalen in den Ausstand getreten. Reisende mussten am Freitag erneut Behinderungen bei Abflügen und Ankünften in Kauf nehmen. Etwa 50 Flüge fallen aus, weil der Tarifstreit des privaten Sicherheitsgewerbes nicht endet.

150 Mitarbeiter streiken dort seit den ersten Schichten um vier Uhr, teilte Verdi mit. Die Zahl solle im Laufe des Tages auf etwa 220 Streikende steigen. Das seien - bis auf wenige Kräfte mit befristeten Verträgen - nahezu alle Beschäftigten.

Der Flughafen informiert auf seiner Internetseite über Annullierungen, ebenso die Fluggesellschaften. Betroffen waren etwa Verbindungen nach Berlin-Tegel und München. Allein Germanwings strich nach eigenen Angaben 26 Maschinen.

Trotz des Streiks wurden vereinzelt Flüge abgefertigt. Eine Kontrollschleuse war mit Personal der Bundespolizei besetzt, nur private Sicherheitsleute streiken. Verdi schloss zudem Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverträgen von der Aufforderung zum Streik aus.

Es ist der siebte Streik seit Januar in Nordrhein-Westfalen: Der Düsseldorfer Flughafen wurde bereits dreimal, Köln-Bonn jetzt insgesamt viermal bestreikt. Inzwischen drückt die Gewerkschaft ihre Lohnforderungen nicht mehr in Prozent, sondern in Eurobeträgen aus. "30 Prozent klingt für die meisten nach viel, aber in der untersten Lohngruppe sind das nur 2,50 Euro", sagt ein Verdi-Sprecher. Für die Fluggastkontrolleure, die zur oberen Lohngruppe gehören, verlangt Verdi ein Plus von 3,64 Euro pro Stunde. Die Arbeitgeber bieten nach Gewerkschaftsangaben für die Beschäftigten der untersten Lohngruppe 40 Cent mehr an. Verdi spricht davon, die insgesamt 34.000 Beschäftigten der Branche in NRW "aus dem Niedriglohnsektor" herausholen zu wollen. Die Arbeitgeber dagegen warfen der Gewerkschaft im Lauf der Gespräche vor, mit falschen Zahlen zu operieren.

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